weihnachtliches gemetzel

man spricht vom fest der liebe, und ein gemetzel sollte da eigentlich nur am mittagstisch stattfinden, verübt mit messer und gabel, das opfer eine gans, eine ente oder irgendetwas in der art. aber nein, im hause B. findet das gemetzel wieder mittels playstation statt. am mittwoch trudelte gerade noch rechtzeitig ein paket meines ex ein, direkt an die kinder adressiert, weshalb sie es auch sofort öffneten. zum inhalt gehörte unter anderem das spiel “tomb raider - the angel of darkness”. im gegensatz zu diesem hat es zwar die FSK 12, einen unterschied macht das aber nicht. frau croft schießt - gesteuert durch den vor der konsole sitzenden - auch diesmal wieder auf menschen, und wenn sie nicht aufpasst, dann wird sie selbst niedergestreckt und geht mit einem letzten schmerzvollen stöhnen zu boden.
dass das urteilsvermögen der bundesprüfstelle für jugendgefährendes blablabla nicht ernst genommen werden kann, mit dieser meinung stehe ich nicht alleine da. dass es auch um das urteilsvermögen meines ex nicht gut bestellt ist, hat er mit dem kauf dieses spiels erneut bewiesen, denn schon beim anblick der auf der rückseite der verpackung prangenden bilder hätte ihm klar sein müssen, dass es nicht in die hände von kindern und jugendlichen gehört.
für den sohn heißt es erst mal GAME OVER. er hat meine entscheidung diskussionslos akzeptiert, mir das spiel übergeben und liefert sich derzeit ein kopf-an-kopf-rennen mit den ordnungshütern …

Geschrieben von emily am 25. Dezember 2009 | Abgelegt unter gelebt |

3 Kommentare zu “weihnachtliches gemetzel”

  1. Legolasam 26. Dezember 2009 um 22:41 Link zum Kommentar

    Auch wenn ich hier voll gegen den Trend schwimme: Ich halte es für unsinnig, 12jährige von allem was nach Gewalt aussieht fernzuhalten. Bei Tomb Raider geht es in erster Linie nicht um Gewalt. Sie kommt vor, aber nur als Mittel zum Zweck, nicht als alleiniger Sinn des Spiels. Es gibt sicher Ballerspiele, die stumpf einfach nur durchgezockt werden. Bei denen es einfach nur darum geht, so viele “Gegner” wie möglich plattzumachen.

    Lara Croft ist aber ein Paradebeispiel für intelligentes Spieldesign. Der Spieler muss Rätsel lösen, also sein Hirn beutzen. Er muss klettern, springen, krabbeln, …. also seine Geschicklichkeit beweisen. Und ja, zwischendurch muss er auch mal schiessen, treten und schlagen. Aber diese Spielabschnitte machen nur einen geringen Prozentsatz des Gesamtspiels aus.

    Und wer glaubt, seine Kinder durch regide Unterdrückung von Gewalt in allen Formen vor irgendwas zu schützen, der muss dann auch konsequent weitermachen. Kein Tom und Jerry mehr, keine Simpsons, … und in den grossen Pausen in der Schule lieber im Klassenzimmer sitzen bleiben. Wie weit solche Kids dann auf das wirkliche Leben vorbereitet sind steht wohl auf einem anderen Blatt.

    Nix für ungut, aber ich finde, dass man es auch übertreiben kann. Wäre der Filius 9 Jahre alt, würde ich Deine Entscheidung voll und ganz unterstützen. Aber mit 12 Jahren ist er in meinen Augen für Lara Croft alt genug. Zumindest, solange ihm niemand den Nude-Patch erklärt :D

  2. emilyam 27. Dezember 2009 um 16:36 Link zum Kommentar

    ich stimme mit dir überein, dass man kinder und jugendliche nicht gänzlich von gewalt fernhalten kann und soll. für mich macht es allerdings einen großen unterschied, ob der sohn im TV einen schusswechsel sieht oder ob er bei einem spiel die waffe selber steuert, auf menschen richtet und abdrückt. und ich finde es auch grundsätzlich nicht gut, dass so ein geschenk nicht mit mir abgesprochen wurde. in anderen familien wird das nämlich gemacht.

  3. Legolasam 27. Dezember 2009 um 20:14 Link zum Kommentar

    Mit der Absprache gebe ich Dir selbstverständlich recht. Ich wollte auch zu keinem Zeitpunkt eine Lanze für Deinen Ex brechen ;)

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