Monatsarchiv für Oktober 2009

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… da Papier ja bekanntlich geduldig ist.

“… wie mein Sohn R. mir erzählte, hat er am Donnerstag, 01. Oktober 2009, zwei streitende Mitschüler darum gebeten, ruhig zu sein. Ob das tatsächlich so war oder er selbst den Unterricht gestört hat, kann ich natürlich nicht beurteilen. Sollte er sich an dem Streit beteiligt haben, spricht natürlich nichts gegen eine Strafarbeit. Allerdings habe ich ein Problem damit, dass R. einen Kuchen backen soll. Für mich steht das in keinerlei Zusammenhang mit dem “Vergehen” und schon gar nicht mit dem Unterrichtsfach Werken.
Ich bitte Sie, mir den Grund für die erteilte Strafarbeit schriftlich mitzuteilen und zu erklären, welchen Sinn das Backen eines Kuchens haben soll.
Mit freundlichen Grüßen …”

“Ihr Sohn R. sollte Ihnen eigentlich selbst erklären können, welche Bedeutung das Kuchenbacken bei Frau X. und mir im Unterricht hat, da wir am Anfang jedes Schuljahres erklären, welche Maßnahmen wir ergreifen, wenn sich ein Schüler bzw. eine Schülerin im Unterricht nicht angemessen benimmt. Gerade das Fach Werken hat eigenen Regularitäten, da hier anders gearbeitet wird wie z.B. im Fach Deutsch und Mathematik. Gerade im Fach Werken erwarten wir ein eigenverantwortlichen und diszipliniertes Verhalten, da wir mit Werkzeug umgehen, mit dam man sich verletzten kann. Die Schüler müssen daher auf das aufpassen, was der Lehrer sagt, und sie müssen auch zuhören. Ihr Sohn hat jedoch durch wiederholtes Schwätzen trotz mehrfacher Ermahnung den Unterricht gestört und nicht aufgepasst. Ein deutliches Zeichen hierfür ist ja auch, dass er Ihnen die Bedeutung des Kuchenbackens nicht erklären kann. Dieses unaufmerksame und störende Verhalten akzeptieren wir in unserem Unterricht nicht.
Daher hat ihr Sohn diese erzieherische Maßnahme von uns erhalten. Sicher, es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten, einem Schüler klar zu machen, dass er sich falsch verhalten hat. Im § 86 BayEUG sind die Ordnungsmaßnahmen aufgeführt, die einem als Lehrer laut Schulordnung zur Verfügung stehen. Ob diese in jedem Fall sinnvoll sind, mag einmal dahin gestellt sein, da Papier ja bekanntlich geduldig ist. Für mich soll eine Maßnahme beim Schüler etwas bewirken, sie soll ihm deutlich machen, dass er etwas falsch gemacht hat und dass er sein Verhalten ändern muss. Pädagogisch wenig sinnvoll erscheint es mir, wenn der Schüler bzw. die Schülerin 100 Mal schreiben muss, dass man im Unterricht nicht stören darf. Dies ist für mich eine stupide, sinnlose Aufgabe. Durch das Kuchenbacken sollen sie darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie etwas falsch gemacht haben, sie sollen dabei etwas von ihrer Freizeit einbüßen und sie sollen etwas fächerübergreifend fürs Leben lernen. In andere Hinsicht soll den Schülern auch einmal deutlich gemacht werden, welche Arbeit die Mütter zu Hause täglich verrichten, was für viele eine Selbstverständlichkeit ist.
Es ist also nicht Sinn und Zweck der Aufgabe, dass Sie für ihren Sohn den Kuchen backen!!! Gleichzeitig soll dadurch das Sozialverhalten der Klasse verbessert werden, da der Schüler dadurch etwas für die Gemeinschaft tut und er lernt, mit anderen zu teilen.
In anderer Hinsicht möchte ich hier auch einmal zum Ausdruck bringen, dass dieses Verhalten von Ihnen eher kontraproduktiv ist und unsere pädagogische Arbeit bestimmt nicht erleichtert. Ich möchte Sie einmal erleben, wenn Sie zu Hause ihrem Sohn eine erzieherische Maßnahme erteilen und ich ihm in der Schule dann sage, dass er sie nicht machen muss, weil ich deren Sinn nicht erkenne.
Für mich ist es jetzt müßig, unsere erzieherischen Maßnahmen mit Ihnen weiter zu diskutieren. Wir werden uns daher bei ihrem Sohn auf Maßnahmen beschränken, die uns die Schulordnung ermöglicht. Ihr Sohn erhält daher einen Verweis wegen wiederholter, deutlicher Störung des Unterrichts. Dies wird automatisch im Schülerakt vermerkt und schlägt sich in der Zeugnisbemerkung nieder. Gleichzeitig kann er bei den sozialen Maßnahmen für die Klasse nicht mehr berücksichtigt werden, da ich es der restlichen Klasse gegenüber nicht fair und akzeptabel finde, dass sie etwas zur Verbesserung der Klassengemeinschaft mit beitragen und Ihr Sohn aber nicht.
Dies ich für mich zwar keine zufriedenstellende Lösung, da Schüler für mich das Recht haben sollten, Fehler machen zu dürfen aus denen sie lernen können, ohne gleich dabei deutliche negative Folgen spüren zu müssen.
Mit freundlichen Grüßen …”

die kleine emily (die übrigens alle fehler im text unverändert ließ) schämt sich gerade ganz doll. wie konnte sie es nur wagen, den sinn einer erzieherischen maßnahme anzuzweifeln? und wie konnte sie nur annehmen, dass ihr sohn ein engel ist, wo er doch bereits bis zur fünften werkstunde seit beginn des schuljahres einen normalen unterrichtsverlauf durch sein schlechtes benehmen unmöglich werden ließ? am allermeisten schämt sich die kleine emily aber, weil sie selber auf paragraphenwitzeleien verzichtet hat und ihren vorschlag, wie eine strafarbeit im fach werken aussehen könnte, für sich behielt. aber in den augen des pädagogen wäre es bestimmt stupide und sinnlos, den verlogenen störenfried ein fünfminütiges kurzreferet über einen werkstoff ausarbeiten und vortragen zu lassen.
mensch emily, du hättest doch wissen müssen, dass man sich mit lehrkräften nicht anlegt. und nun steckst du in einer zwickmühle: die fresse halten oder ein gespräch mit dem klassenlehrer, dem verfasser des briefes, dem sohn und dir selbst fordern? denn den glauben an die wahrheit hast du doch spätestens zu dem zeitpunkt verloren, als du das kind danach fragtest, was bei der auf dem verweis angegebenen anhörung genau eine woche nach tag x eigentlich gesprochen wurde und die antwort lautete, dass davon überhaupt gar nicht und kein einziges weiteres mal die rede war.
woran soll ich jetzt eigentlich glauben? ob ich es mal mit gott versuche?

Geschrieben von emily am 14. Oktober 2009 | Abgelegt unter gelebt | 6 Kommentare

projekt 52/09, woche 29: superhelden

insgesamt neun beiträge fürs projekt 52 sind noch offen. es wird also höchste zeit, dass ich wieder mal einen “abarbeite”. zum thema der woche neunundzwanzig brauche ich auch gar nichts weiter schreiben, außer … links ist mein dreizehnjähriger sohn zu sehen, rechts meine elfjährige tochter, und die beiden sind meine superhelden :)
(und das sind sie schon mal deshalb, weil sie mehr oder weniger geduldig eine fotosession über sich ergehen ließen.)

superhelden.jpg

Geschrieben von emily am 12. Oktober 2009 | Abgelegt unter projekt 52/09 | 5 Kommentare

und plötzlich …

… bricht der herbst mit seiner weniger schönen seite über uns zusammen. dunkle wolken liefern sich angetrieben von kaltem wind ein wettrennen, und der regen klatscht einem wie ohrfeigen ins gesicht. nichtsdestotrotz finden die hartgesottenen unter den radfahrern das wetter noch nicht schlimm genug und belagern weiterhin hartnäckig den asphalt. es soll ja keiner von denen auf die idee kommen, sich von einer sturmboe vor mein auto pusten zu lassen. da werd ich aber echt stinkig. apropos auto. ich finde es jedesmal ganz entzückend, wenn ich bei toyota anrufe und mein verkäufer noch genau weiß, wer ich bin. hat der so ein gutes gedächtnis oder hab ich einen derart bleibenden eindruck bei ihm hinterlassen? naja, wenn letzteres der fall sein sollte, dann war es zumindest ein guter eindruck, denn es lässt sich nicht verleugnen, dass er immer sehr nett mit mir spricht. heute hat er sich auch sofort daran erinnert, dass mir beim kauf des yaris ein zweiter satz räder versprochen wurde. kein problem, die winterschuhchen sind schon da, und am donnerstag werden sie meinem kleinen liebling angezogen. bleibt nur zu hoffen, dass der für mittwoch angekündigte schneefall ausbleibt …

Geschrieben von emily am 12. Oktober 2009 | Abgelegt unter gelebt | 4 Kommentare

daumen hoch und daumen runter

daumen hoch:

die stromrechnung lag heute im briefkasten und gibt anlass zur freude. im hause B. ist der verbrauch nämlich gesunken. somit besteht für oktober ein guthaben, und danach werden monatlich drei euro weniger abgebucht. das ist zwar nicht viel, aber immerhin besser, als bei der abschlagszahlung drei euro mehr berappen zu müssen.

noch mehr grund zur freude brachte der anruf vom töchterlichen gymnasium. nächste woche fährt die klasse ins schullandheim, und die drei tage schlagen mit saftigen fünfundsiebzig euro zu buche. gerade zu schuljahresbeginn ist das für mich eine echte belastung. nun wurde mir vor einiger zeit aber mal zugeflüstert, dass es einen mit spendengeldern gefüllten topf gibt, aus dem zuschüsse verteilt werden können. ich stellte also einen antrag mit kurzer begründung und rechnete mit einer kleinen finanzspritze. doch siehe da, die schule übernimmt die kosten sogar vollständig.

mein wunsch nach regen wurde erfüllt.

daumen runter:

die vertrockneten hirnregionen vieler verkehrsteilnehmer wurden trotz regens noch nicht zu neuem leben erweckt. es wird weiterhin fleißig geblinkt, wenn’s in den kreisverkehr hineingeht. aber so weiß ich wenigstens, dass die fahrzeuge vor mir nicht die abkürzung geradeaus nehmen wollen.

ich bin müde. den ganzen tag. sind das die ersten anzeichen des herannahenden winterschlafes? wird der regen bald in schnee übergehen? sollte ich dem yaris in den nächsten tagen andere schuhe anziehen?

Geschrieben von emily am 8. Oktober 2009 | Abgelegt unter gelebt | Keine Kommentare

morgen hätte ich gern regen …

… denn die sonne tut einigen vertretern der spezies homo sapiens nicht gut und verwandelt ihre für den straßenverkehr zuständigen hirnregionen in trockenes ödland. oder ich habe wichtige änderungen verpasst. gilt neuerdings links vor rechts? ist es radfahrern inzwischen erlaubt, bei rot über die ampel zu gondeln? wird es demnächst eine neue regel geben, die besagt, dass fahrzeuge durch den kreisverkehr geschoben und über unebenheiten im baustellenbereich getragen werden müssen? und wieviel kostet eigentlich ein hubschrauber?

Geschrieben von emily am 7. Oktober 2009 | Abgelegt unter gelebt | 4 Kommentare

wochenstart mit hindernis

migräne ist etwas völlig überflüssiges. die will wirklich niemand haben, auch ich nicht. trotzdem leistet sie mir gelegentlich gesellschaft. beispielsweise letzte nacht. ganz großes kino um kurz vor eins. und natürlich war es beim erwachen durch den beginnenden schmerz schon zu spät fürs rettende nasenspray. die schlimmste attacke meines körpers gegen sich selbst dauerte endlos erscheinende vier stunden lang. aber sehen wir’s mal positiv: wenn die woche damit beginnt, dass man nach dieser tortur nicht ins büro fährt, sondern vor erleichterung erst mal ganz gepflegt in tränen ausbricht, um anschließend müde auf die couch zu sinken und den verpassten schlaf nachzuholen, kann es nur besser werden.

was gibt’s sonst noch zu berichten? am wochende war party im PT. eine äußerst geschmeidige angelegenheit, wenn man von ein paar unschönen kleinigkeiten mal absieht.
und außerdem … der sohn soll einen schulverweis bekommen, denn er hat eine strafarbeit nicht gemacht. verordnet wurde diese, weil er im werkunterricht zwei streitende mitschüler gebeten hat, ruhig zu sein. ob das nun wirklich so war … keine ahnung. ich bin nicht dabei gewesen, schenke dem sprössling aber durchaus glauben, denn bisher hat er auf nachfrage meinerseits immer zugegeben, dass er mist gebaut hat. trotzdem hätte ich ihn zur erledigung der strafarbeit verdonnert, wenn … tja, wenn sie mir sinnvoll erschienen wäre. und sinnvoll wäre in diesem fall beispielsweise das abschreiben der hausordnung gewesen, um sich dabei deren inhalt wieder mal ins gedächtnis zu rufen. aber was wird verlangt? er soll einen kuchen backen. na vielen dank auch. welcher lerneffekt soll denn damit erzielt werden? und was glauben die eigentlich, wer mit schüsseln und rührgerät, eingehüllt in eine wolke aus aufstäubendem mehl, in der küche steht und diesen job verrichtet? richtig: die emily. da möchte man doch am liebsten in die schule gehen und fragen, wovon die pädagogen nachts eigentlich träumen. nun denn, morgen macht sich ein hübsch formulierter brief auf den weg, in dem ich meinen standpunkt darlege und um eine schriftliche erklärung bitte, warum eine strafarbeit fällig ist und in welchem zusammenhang kuchen und werkunterricht stehen. ich bin gespannt auf die antwort.
und außerdem … noch mal neuigkeiten vom sohn. seine blonden engelslöckchen sind nun endgültig ab. es hat mir wirklich weh getan, als ich die schere zum alles entscheidenden schnitt ansetzte, aber ICH wollte nicht, dass er sie weiterhin mit einem haargummi quält, und ER wollte sie nicht ungebändigt tragen. es musste also eine lösung gefunden werden, mit der beide seiten leben können. und wir wurden fündig und sind glücklich und zufrieden.
und außerdem … hab ich auch noch eine tochter, über die es nichts zu erzählen gibt. obwohl … meine prinzessin auf der erbse ist ab sofort teilnehmerin des wahlfaches kunst/fotografie. das freut mich ganz besonders, weil ihr die knipserei so viel spaß macht und ich dadurch vielleicht noch ein bisschen was lernen kann ;-)

das war’s dann erst mal von mir. wir lesen uns.

Geschrieben von emily am 5. Oktober 2009 | Abgelegt unter gelebt | 3 Kommentare

es war einmal …

… eine kleine box namens fritz. die hatte mir der postbote zusammen mit gevatter splitter vor die tür gestellt, damit sich die beiden mit chicago, dem telefon, eine schöne zeit machen können. seit gestern feiern die drei eine ausgelassene party und geben sich mit sprach- und datenströmen voll die kante. bleibt nur zu hoffen, dass sie keinen schluckauf kriegen und sich nicht in den bunten kabeln verheddern.

oder anders gesagt: seit gestern bin ich nicht mehr kunde von magenta, sondern spende ab sofort jeden monat ein paar euronen aufs konto der konkurrenz.

ihr hasen, ich wünsche euch ein geschmeidiges wochenende :)

Geschrieben von emily am 2. Oktober 2009 | Abgelegt unter gelebt | 2 Kommentare

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