wenn man kinder hat, dann stellt sich einem ja immer die frage, wie und wo silvester gefeiert wird. eine party zu hause ist natürlich am einfachsten. doch diesmal hatte B. zu sich eingeladen, und so fuhren wir also ins städtchen und freuten uns auf eine prächtige nacht im kreise von ein paar freunden. es gab zunächst mal lecker essen mit diversen salaten und würstchen, und danach wurde der schokobrunnen, den B. zu weihnachten geschenkt bekommen hatte, in betrieb genommen.

die zeit raste dahin, und dann war es auch schon viertel nach elf. den jahreswechsel wollten wir mitten im getümmel feiern, und so packten wir uns warm ein und marschierten los. als wir das haus verließen, hatte es gerade angefangen zu schneien. eine hauchdünne weiße schicht bedeckte die welt, und kleine flöckchen wirbelten um uns herum. war das schön! kurz vor mitternacht erreichten wir unser ziel: die burghalde, die über allem thront und von der man einen wunderbaren blick aufs städtchen genießen kann. die party war bereits in vollem gange. gerade noch rechtzeitig schaffte ich es, die plastikbecher mit sekt zu füllen und dann … anstoßen, alle umarmen und mit wünschen überhäufen, mit knallern die bösen geister vertreiben, die fast ein meter langen wunderkerzen anzünden, dem nicht enden wollenden glitzern und funkeln der raketen zuschauen. die kinder hatten so ein spektakel noch nicht erlebt, und beim sohn hat man gemerkt, dass er damit fast schon überfordert war. er hat trotzdem gut durchgehalten und mit mir sogar noch eine kleine schneeballschlacht veranstaltet. gegen eins traten wir den rückzug an. es schneite immer noch, und die straßen waren inzwischen komplett zu. hier eine kreuzung mitten im städtchen.

wieder im warmen und trockenen angekommen, hatten wir natürlich noch nicht genug. es war ja erst halb zwei, und wir wollten schließlich beim bleigießen erfahren, was das jahr so alles mit sich bringen könnte. das haben wir dann also auch noch gemacht, wobei ich nicht so genau sagen kann, als was ich das gebilde, das bei mir entstand, überhaupt deuten soll. ich zeige euch das demnächst mal. und irgendwann, es muss gegen halb drei gewesen sein, herrschte aufbruchstimmung. aber wie sollte ich mit den kindern eigentlich nach hause kommen? mein pegel war zu hoch, um noch selber fahren zu dürfen. ich versuchte eine halbe stunde lang, ein taxi zu kriegen. keine chance. also fußmarsch. doch - wie sollte es auch anders sein - gestern taten mir das erste mal in meinen geliebten schnürstiefeln die füße weh. richtig weh. mit tenzend zur offenen wunde. mir war klar, dass ich so auf gar keinen fall bis zu meiner hütte laufen kann. barfuß wäre bei dem wetter aber auch nicht empfehlenswert gewesen. ich rief bei S. an, die gerade zwei andere freundinnen über spiegelglatte straßen chauffiert hatte, und sie fuhr dann tatsächlich noch mal einen umweg, hat uns auf halber strecke eingesammelt und um halb vier zu hause abgesetzt. die kinder fielen erschöpft in ihre betten, und ich tat es ihnen gleich, nachdem ich meine geschundenen füßchen mit panthenol und pflaster versorgt hatte.
so sah also mein jahreswechsel aus. schön war er. anstrengend, aber wirklich schön. und am heutigen tag stand faulenzen auf dem programm. ich habe nicht mal mittagessen gekocht, sondern mit dem sohn um die wette cornflakes geknuspert, denn die tochter lag sowieso bis nachmittags halb drei im bett und hat ihren schlafanzug gar nicht erst ausgezogen.
willkommen null neun. bis jetzt gefällst du mir