seit donnerstag habe ich euch nichts mehr erzählt, und ich würde mich glattweg in grund und boden schämen, wenn faulheit der grund dafür gewesen wäre. wo ist sie nur hin … die zeit, die seitdem vergangen ist?
nun, am freitag lag ich gedanklich bereits mit schaurigschöner lektüre auf der couch, als es klingelte. kann nur die alex sein, dachte ich mir. sie war es auch. ob ich schnell mal zeit für sie hätte. sie müsste jetzt sofort und auf der stelle zum friseur und bräuchte mich als beraterin. ich wechselte also die gerade angezogenen wohlfühlklamotten gegen straßentaugliche kleidung und fuhr mit ihr ins städtchen. um halb acht war ich zurück. kurz darauf klingelte es erneut, und wieder stand die alex vor der tür. mit einer flasche wein. der abend war also gelaufen gerettet.
samstag gab ich mich dem haushalt und dem wöchentlichen großeinkauf hin und stellte dabei wieder mal fest, dass die arbeit einfach kein ende nimmt. am abend wurde ich von M. abgeholt. zusammen mit der alex hatten wir uns fürs mallorca night fever in der ortsansässigen brauereigaststätte entschieden. die party an sich war großartig. allerdings erwiesen sich die überwiegend sehr jungen gäste in ihrem alkoholrausch als teilweise unmöglich. jetzt mal ehrlich und im klartext: ich habe mir früher auch die rübe vollgesoffen bis zum filmriss und wusste am nächsten tag meistens nicht mehr, ob ich das zeug wieder rausgekotzt habe oder nicht. doch ich habe niemanden verbal oder tätlich belästigt und schon gar nicht durch rumrempeleien so zu fall gebracht, dass eine prellung und eine zwar harmlose, aber dennoch offene wunde die folge war. zum glück passierte das erst kurz vor feierabend. wobei, von feierabend konnte selbst früh um drei noch keine rede sein, denn die liebreizende alex hatte die idee, dass M. auf MEINER couch übernachten soll. das hat er dann auch getan … nachdem ich diverse scherben und multivitaminsaft von tisch und wohnzimmerboden entfernt hatte.
der sonntag begann erst richtig, als die alex und M. nach einem zweiten frühstück so gegen zwölf uhr meine hütte verließen. nach ein paar aufräumarbeiten flüchtete ich mit der tochter in den wald. gut zwei stunden marschierten wir in straffem tempo kreuz und quer durch die gegend. die ruhe war einfach himmlisch und das sonnenlicht, das sich zwischen den bäumen durchdrängelte, eine wohltat für die seele. nur das letzte stück des weges erwies sich als qual, weil mein vom nächtlichen zwischenfall ramponiertes bein ganz böse schmerzte und pochte. wieder zu hause tat ich dann endlich das, was schon längst überfällig war. ich lümmelte mich auf die couch und ließ den restlichen sonntag fast gänzlich untätig an mir vorüberziehen. und falls jetzt jemand auf die idee kommen sollte, das als faulheit zu bezeichnen, ist er nicht mehr mein freund.
und heute? heute hatte ich wieder einen sehr … ach, ich weiß nicht. es war einer dieser tage, an denen ich mir vorkomme, als wäre ich im zirkus. versteht ihr, wie ich das meine? es wird eine große show präsentiert, aber verflixt und zugenäht, die artisten machen doch eigentlich nichts anderes als ihren gottverdammten job und sind nicht besser als diejenigen, die ganz still und leise und ohne doppelten boden hinter dem vorhang agieren. vielleicht sollte ich auch mal in die manege. ein bisschen applaus würde mir gut tun …
Ich versteh das Gefühl mit dem Zirkus nur zu gut, weil ich selbst so einer hinter den Kulissen bin, der die unmöglichen Dinge erst möglich macht, die dann jemand in der Manege präsentieren kann. Von daher aus tiefstem Herzen: *applaudier*
werde oder bin ich gar alt, wenn ich sage, der waldspaziergang mit emily hätte mir an diesem beschriebenen wochenende am meisten spaß gemacht?
@uwe: danke, danke, danke *tief verbeug*
@herr axel: ein waldspaziergang hat doch nichts mit fortschreitendem alter zu tun … und wer hat schon spaß daran, scherben aufzusammeln?