mit allen sinnen: riechen

dienstag abend, zeit für eine frage. nach hören, sehen und schmecken ist beim thema sinne diesmal das riechen an der reihe. wenn ich darüber nachdenke, welchen geruch ich gar nicht gern in meiner nase habe, dann fallen mir als erstes die biologischen abfallprodukte unseres allgäuer braunviehs ein, die deren herrchen regelmäßig und wahrscheinlich viel öfter als erlaubt, aber dennoch mit begeisterter miene auf ihren wiesen versprühen. das stinkt einfach ekelhaft, weshalb ich mich auch lieber den düften zuwende, die ich mag. wenn ich ein päckchen kaffee öffne, dann muss ich beispielsweise immer meine nase reinhalten, weil das so lecker riecht. ich schnupper gern an rosen und habe festgestellt, dass die orangefarbenen meistens das betörendste aroma verströmen. kann ich nicht dran vorbei gehen, ohne eine nase voll mitzunehmen. der süße geruch von frisch gebackenen plätzchen ist für mich unwiderstehlich. und es gibt parfums, die mich regelrecht um den verstand bringen, wenn sie vom dazu passenden mensch getragen werden. ist es der falsche mensch, bewirkt es das genaue gegenteil. etwas eigenartig finden es die meisten leute, dass ich den “gestank” der benachbarten eisengießerei mag. doch er weckt erinnerungen an meine kindheit und die schmiedewerkstatt der großeltern und daran, wie mein papa gerochen hat, wenn ich auf seinem schoß saß und er mich im arm hielt. die liste mit den von mir bevorzugten gerüchen ließe sich fast endlos fortsetzen. was mir gerade noch eingefallen ist: pfeffer hat bei mir einen eher neutralen status. während meiner schwangerschaften führte allerdings schon der gedanke an diesen geruch zu brechreiz.
so, und nun möchte ich natürlich wissen, welche düfte euch die nase rümpfen lassen und bei welchen ihr dahinschmelzt. riecht ihr vielleicht jetzt gerade etwas ganz besonderes? und gibt es gerüche, die erinnerungen in euch wachrufen?

Geschrieben von emily am 14. Oktober 2008 | Abgelegt unter gefragt |

6 Kommentare zu “mit allen sinnen: riechen”

  1. 2diceam 14. Oktober 2008 um 22:05 Link zum Kommentar

    Als ich vor einem Jahr nach MM zog, habe ich mich in den Duft einer Schwäbin verliebt. Ich konnte nicht anders als sie zu umwerben und schliesslich gehört sie zu mir und nun bade ich jeden Tag in ihrem Duft. Jeder Raum in dem sie sich je aufgehalten hat, nimmt etwas von ihr an. Noch nie hat mich ein Mensch dermaßen fasziniert und -hey- ich kann mir nicht vorstellen jemals ohne sie zu sein.

  2. Beachballam 14. Oktober 2008 um 22:51 Link zum Kommentar

    Aaaach, ja, das kenne ich. Meine Frau riecht speziell im Nacken superkuschelig. Und wenn sie dann noch einen minimalen Hauch ihres Parfüms (Sarah Connor, igitt! Die Frau macht oberbelastende Mucke, und das Parfum riecht eigentlich auch ziemlich daneben. Nur halt an meiner Frau nicht. Seltsam.) aufträgt, dann ist ganz aus. Drum hänge ich ihr ziemlich oft im Nacken :-) . Dann noch: frische Chilis und gaaanz frischer Fisch. Die Chilis (vernünftige mexikanische, nicht den Hollandschrott) züchte ich auf dem Balkon. Wenn man so eine sonnenwarme, frisch geernetete Serrano aufschneidet…unfassbar. Weltbest. Und frischer Fisch…Meeresgeruch ist fantastisch. In meinem Kopf läuft zur kulinarischen Vorfreude dazu noch ein kleines Urlaubsfilmchen ab.
    Oberekelhaft hingegen ist der Geruch von unter der Sohle festgebappter Hundekacke, während man sie mühsam und völlig abgetörnt entfernen darf. Hundebesitzer, die Ihr Eure Familienschakale mitten auf den Bürgersteig kacken lasst: Es möge Euch beim Zähneputzen der Blitz treffen!
    Und wer schon einmal eine Vakuumtüte mit vergammeltem Hammelfleisch geöffnet hat, der kennt einen Grund, Knochen zu kotzen.

  3. 2diceam 16. Oktober 2008 um 01:01 Link zum Kommentar

    Es ist die Stelle im Delta zwischen Jochbein und Mund. Da muss sie irgendeine kleine, feine Drüse haben, die diesen Duft für mich bereit hält. Es ist ein Duft vergleichbar mit einer Mischung aus frisch erwachter Prinzessin, Babymais und etwas, dass ich nur mit “das ist sie” bezeichnen kann. Ah, ähnliche Drüsen hat sie auch in der Halsbeuge in Richtung Schulter und da wo die Wirbelsäule zum Steiß wird und noch eine irgendwo um den Nabel herum. Kein Wunder, dass ich manchmal eine Träne verdrücken muss wenn ich einen Raum betrete, der nach ihr duftet und sie ist nicht mehr drin. Da bin ich vierzig Jahre durch das Leben getaumelt, blind und dumm. Und dann kam sie.

  4. herr axelam 16. Oktober 2008 um 10:29 Link zum Kommentar

    ich muss leider passen, da ich irgendeinen defekt in meiner nase haben muss, da ich fast gar nichts riechen kann. aber ich kann dafür ganz schön stinken, wenn ich mal richtig losknatter, denn dann springt meine kleine vom sofa auf und ich bin froh, dass ich nicht richtig riechen kann… :-) ich bin schon toll, gell?

  5. emilyam 16. Oktober 2008 um 20:19 Link zum Kommentar

    @2dice: das hast du aber schön beschrieben *seufz*

    @beachball: ebenfalls sehr schön, vor allem der part mit der hundekacke ;-)

    @herr axel: du bist toll !!!

  6. 2diceam 4. November 2008 um 20:03 Link zum Kommentar

    und zack, da bin ich sie schon wieder los…. *snif

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