ich wusste über das buch rein gar nichts. es stand im regal der bücherei, wurde von mir entdeckt, und ich habe nur schnell den text des einbandes überflogen. klang interessant. eine autobiographische geschichte, geschrieben vom herrn joop. ich mag den eigentlich sehr. das buch hat mir trotzdem nicht besonders gut gefallen. stellenweise erweckte es den eindruck, als hätten zwei völlig verschiedene menschen daran gearbeitet. ganze passagen waren sehr gefühlvoll und tiefgründig, die dialoge dagegen zumeist mehr als oberflächlich und regelrecht gedankenlos zu papier gebracht. es mag ja sein, dass die personen, die in seinem leben damals eine rolle spielten, genauso mit ihm sprachen. das passte aber nicht ins gesamtbild. sorry, lieber wolfgang, aber du solltest doch lieber mode entwerfen. davon verstehst du einfach mehr.
einen kurzen auszug möchte ich Ihnen aber trotzdem nicht vorenthalten.
Streifte er durch die Straßen, sah Wolf nur fremde Gesichter. Das, was er suchte, fand er nicht. Er wußte nicht einmal genau, wonach er Ausschau hielt. Natürlich suchte er wie alle nach Liebe und Glück. Aber das hätter er nie zu sagen gewagt. Er war alt genug zu wissen, daß beide nur kommen, wenn man nicht nach ihnen ruft. Und er wußte, daß Glück und Liebe schon bei ihm gewesen waren, er aber so viel gefordert hatte, daß sie beide wieder gingen. Manchmal glaubte er zu spüren, daß sie Hand in Hand mit seinem Schutzengel dicht hinter ihm waren. Aber er wagte nicht, sich umzuschauen.