… Sie in nächster zeit nichts von mir hören sollten, dann bin ich
a) von fliegen gefressen worden
b) an den südpol ausgewandert
c) ohne laptop, denn das gibt geräusche von sich, als würde ein formel-1-wagen starten. drücken Sie mir bitte die daumen, dass wenigstens die datensicherung noch fertig wird, bevor sich die kiste in schall und rauch und wohlgefallen auflöst.
… blühen derzeit die margeriten. und es gibt ja auch unmengen davon. da darf man die tochter schon mal damit beauftragen, ein paar von ihnen zu pflücken.
blütenwoche, fünfter tag.

blütenwoche, vierter tag.
an hortensien hatte ich bisher noch nie lange freude. wenn die blüten verwelkt waren, gingen die pflanzen ganz zuverlässig ein. viele jahre vermied ich es deshalb, einen erneuten versuch zu wagen. doch als ich kürzlich eine entdeckte, die nicht solche extrem fetten blüten in schweinchenrosa oder babyblau hatte, sondern eher kleinere und in einer für meinen geschmack angenehmeren farbe, wollte ich es noch mal probieren und nahm eine mit. nach zwei wochen waren nur noch die dunkelgrünen blätter übrig. ich wartete gespannt darauf, was passieren würde. und diesmal scheine ich mehr glück zu haben, denn sie blüht inzwischen wieder.

noch ist er mein mann. noch. seit drei jahren und zehn monaten befinde ich mich im zustand getrennt lebend. das reicht jetzt wirklich. seit heute liegen die ersten unterlagen für den antrag auf PKH (prozesskostenhilfe) bei der anwältin. wenn die zusammenstellung aller versicherungen bei mir eingetrudelt ist, werden papierstapel und antragsformular dem amtsgericht vorgelegt. unabhängig davon, ob mir die finanzielle unterstützung gewährt wird oder nicht, läuft dann das “verfahren” an. schlimmstenfalls bleiben die kosten fast komplett an mir hängen. egal. das kriege ich auch noch irgendwie hin. ich möchte um nichts streiten und hoffe, dass die gegenseite das gleiche anstrebt: eine schnelle, komplikationsfreie und möglichst preiswerte scheidung.
theoretisch könnte ich es jetzt der kanzlei überlassen, meinen zukünftigen ex über die von mir getroffene entscheidung in kenntnis zu setzten. das halte ich allerdings für keine gute idee. schließlich reden wir miteinander. da sollte ich ihm das schon selber sagen. aber wie? das thema scheidung stand bisher noch nicht zur diskussion. hm, bei dem gedanken habe ich ehrlich gesagt ganz schön bauchweh …
blütenwoche, dritter tag.
so ein epiphyllum ist ein sehr hässliches gewächs. ich erspare mir seinen anblick fast das ganze jahr, indem ich es im schlafzimmer hinter der gardine verstecke. eigentlich soll man das ja nicht machen. schließlich haben pflanzen, so wie menschen, eine seele und empfinden tiefen schmerz, wenn man sie durch missachtung straft. sie gehen dann auch schnell mal ein. nicht so mein blattkaktus. dem schenke ich nämlich im mai immer ganz besonders viel aufmerksamkeit und liebe, weil er dann blüht. und das tut er so schön, dass er in dieser zeit sogar auf den mir heiligen balkon darf - ein privileg, das sonst so gut wie keine zimmerpflanze genießt. wenn ich nachmittags draußen sitze, dann schaue ich ihn ganz hingebungsvoll an und rede manchmal sogar mit ihm. leider halten die blüten nur etwa drei bis vier tage. aber sie öffnen sich nicht alle gleichzeitig, so dass ich trotzdem länger etwas davon habe.
und nun zum foto. den kamerafreaks unter Ihnen sei gesagt, dass ich nichts besseres als eine olympus camedia C-160 zur verfügung habe. und die hat ein mittelschweres problem mit roten objekten. ohne blitz wird die farbe dunkler als in echt. mit blitz sieht das zwar viel besser aus, dann schafft sie es aber nicht, die einzelnen blütenblätter richtig voneinander abzugrenzen. sie verschwimmen ein bisschen ineinander. trotzdem habe ich mich für die mit-blitz-variante entschieden, weil auf dem bild die röhre so schön leuchtet.
genug gelabert. schauen Sie sich das ergebnis einfach an.

ich brauche keinen sex - das leben fickt mich jeden tag!
und das leben hat heute eine wirklich geile nummer mit mir geschoben. ich hatte Ihnen ja das märchen vom UVG erzählt und davon, dass ich für die existenzsicherung des sohnes kein geld mehr bekomme. deshalb habe ich versucht, von anderer stelle als finanziell förderungswürdig anerkannt zu werden. wie mir die wohngeldstelle heute mitteilte, steht mir allerdings kein einziger cent zu. bei der bemerkung, dass ich zu viel verdiene, hätte ich normalerweise in schallendes gelächter ausbrechen müssen. stattdessen kamen mir die tränen. und glauben Sie mir, es ist ein verdammt beschissenes gefühl, irgendwo um unterstützung bitten zu müssen. noch beschissener ist es aber, wenn man heulend im büro sitzt.
liebes leben, morgen habe ich ein date mit meiner anwältin. es wird nämlich zeit, nägel mit köpfen zu machen und die scheidung einzureichen. dabei werde ich prozesskostenhilfe beantragen, weil ich mir den längst überfälligen todesstoß für die ehe eigentlich gar nicht leisten kann. nachdem es dir einen mordsspaß bereitet, mir immer wieder in den hintern zu treten, halte ich dir selbigen noch mal richtig schön hin. also hol ruhig mit viel schwung aus, nehm keine rücksicht auf mein gejammer und versau mir das auch noch. du wirst schon wissen, was du tust.
blütenwoche, zweiter tag. ein spaziergang am mittag. eine kastanie in grün und rot. leider beginnt die pracht bereits zu welken. deshalb gibt es keine nahaufnahme, sondern nur den baum aus der ferne und in seiner gesamtheit. bitteschön.

die letzten beiden wochen fehlen mir noch beim projekt 52. diese woche war ich allerdings richtig schnell, denn zum thema romantik sind mir sofort mehrere motive eingefallen. zum foto sage ich auch gar nicht viel, außer: für mich wäre es romantik vom allerfeinsten, wenn mich mal jemand unter dem rauschenden blätterdach dieser uralten baumriesen küsst. (klick macht BIG)

der herr crosa ist ja eigentlich ein netter kerl. aber wenn er mir ständig die mit seiner supertollen kamera produzierten ganz wundervollen fotos von ganz phantastisch blühenden gewächsen vor die neidvoll blickenden augen knallt, dann sehe ich mich gezwungen, mit meiner spaßkamera auch mal ein paar schnappschüsse zu machen. der herr crosa ist demzufolge schuld daran, dass es diese woche eine themenwoche bei mir gibt. jeden tag ein blumiges foto. qualitativ werde ich natürlich um welten, ach was sage ich da, um ganze universen hinterher hinken. das ist mir allerdings völlig wurscht.
und los geht’s. das heutige bild entstand am nachmittag in der KiTa. ein zart rosa blühender rhododendron zog meine aufmerksamkeit auf sich und erinnerte mich sofort an meine kindheit. die großeltern hatten einen riesigen garten, in dem auch riesige rhododendren standen. da waren so viele blüten dran, dass es gar nicht auffiel, wenn ein paar fehlten, weil ich sie zu einer kette auffädelte, die dann wie eine krone auf meinem kleinen kopf lag. hach, ich schwelge schon wieder in erinnerungen …

das foto dieser fabrikruine bei reneS hat mich dazu veranlasst, eine kleine zeitreise anzutreten. im osten des landes gibt es immer noch sehr viele dieser ziegelbauten, die als zeugen der vergangenheit ihrem zerfall entgegen sehen. ein großer teil von ihnen wurde allerdings auch schon abgerissen. dem gebäude, in dem ich fünf jahre lang meiner pflicht nachging, ist das beispielsweise passiert. leider habe ich es versäumt, vorher fotos zu machen. beim suchen im www fand ich allerdings einige. es ist alles andere als schön, was sich dem betrachter da bietet, denn wer die fabriken von früher kennt, der hatte damals wahrscheinlich so wie ich den eindruck, dass sie für die ewigkeit erbaut wurden.
hier gibt es welche vom werk II der ZWEIGA, das in der greizer straße in leubnitz stand. besonders interessant sind für mich die bilder 9303 und 9368. auf dem ersten ist die tür zu sehen, hinter der ich ab neunzehnhundertfünfundachtzig einen teil meiner ausbildung absolvierte und bis neunzehnhundertneunzig gearbeitet habe, auf dem zweiten der gebäudekomplex, in dem unter anderem das rechenzentrum untergebracht war. es sind die beiden fenster im ersten stock.
in erinnerungen schwelgend habe ich noch ein bisschen weiter gesucht und bin schließlich hier gelandet. vor allem die jüngeren unter Ihnen sollten sich die monster, mit denen damals daten verarbeitet wurden, ruhig mal anschauen. im bereich technik sind unter zubehör (extern) einige geräte zu finden, die wir auch im einsatz hatten. das MBE4000 beispielsweise. ich könnte wetten, dass ich immer noch weiß, wie man dort ein magnetband einlegt. und an den ohrenbetäubenden lärm, den ein paralleldrucker erzeugt hat, erinnere ich mich ebenfalls noch. was waren das für spaßige zeiten, als die daten auf lochbändern erfasst wurden. und was habe ich mir beim aufwickeln der durchlöcherten streifen an den scharfen papierkanten die finger aufgeschnitten. vor silvester und fasching lief bei uns übrigens die konfettiproduktion immer auf hochtouren. neues lochband rein, ein magnetband auf dem knopf für die 8-kanal-korrekturlochung platziert und dann gewartet, bis der auffangbehälter voll ist. weiß, gelb, hellgrün, pink und blau gab es. und das zeug war so was von fies. das fand man jahre später noch überall.
hach kinder, so ein gedanklicher ausflug in die vergangenheit kann wirklich schön sein. und falls das hier jemand lesen sollte, der zufälligerweise noch weitere fotos dieser inzwischen nicht mehr existenten fabrik hat, bitte unbedingt bei mir melden!!!