yoko tawada’s geschichten ohne ende

das erste buch einer japanischen autorin íst ausgelesen. es handelte sich um drei geschichten, die seltsamer nicht hätten sein können. dass die asiaten in sachen zeitgenössische literatur anscheinend einen völlig anderen schreibstil haben, wurde mir schon bei herrn murakami bewusst. frau tawada setzte dem aber noch eins drauf. ellenlange sätze, die jeder normale schriftsteller durch den gebrauch von punkten leicht lesbar gemacht hätte, die sie aber lediglich durch kommas voneinander trennte. dialoge, die nicht durch gänsefüßchen als solche erkennbar waren. inhalte, die skurriler nicht hätten sein können. und plötzlich waren die erzählungen zu ende. als hätte frau tawada keine zeit mehr gehabt für ein paar weitere sätze. diese lektüre war wirklich anstrengend. jetzt brauche ich ein bisschen leichtere kost. die feuchtgebiete von charlotte roche sind da bestimmt das richtige. nachdem die kritiken der leser bisher nicht sonderlich wohlwollend ausfielen, denke ich, dass mir das buch außerordentlich gut gefallen wird.
welche lektüre ist denn bei Ihnen gerade angesagt?

Geschrieben von emily am 29. April 2008 | Abgelegt unter gelesen, gefragt |

4 Kommentare zu “yoko tawada’s geschichten ohne ende”

  1. herr axelam 30. April 2008 um 16:40 Link zum Kommentar

    ich habe noch zwanzig seiten von “lass uns doch feinde sein” von mischael-sarim verollet, einem wahnsinnig guten poetry-slammer, der mal featured guest in fürth beim slam war. danach wartet schon “fette welt” von helmut krausser, mit dem heute abend noch begonnen wird. ich lese irgendwie ziemlich viel im moment, also romane. die taz und der spiegel verstehen sich täglich von selbst.

  2. Thomasam 30. April 2008 um 19:44 Link zum Kommentar

    Früher, war auch in Deutschland der Schachtelsatz eine erstrebenswerte Kunstform, um welche viel Schriftststeller im Wettstreit buhlten, denn es war auch etwas Schönes für den Leser, der dadurch gezwungen wurde langsam und sorgfältig das Werk des Künstlers zu genießen. Nur leider gibt es in der heutigen Wegwerfgesellschaft viel zu viele Wegwerfsätze. :(

    Schöne frei Tage wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie

  3. emilyam 1. Mai 2008 um 00:00 Link zum Kommentar

    @herr axel: die tägliche lektüre von politik und wirtschaft, welch luxus. zeitlich ist das bei mir schon lange nicht mehr drin.

    @thomas: “Ich wollte doch gerade deswegen zur Schule gehen, weil ich das nicht wußte, ich wußte es nicht, als ich antwortete, dies und jenes über die Menschen in dieser Stadt, fragte sie, was wollen Sie denn über die Menschen in dieser Stadt wissen, und als ich darüber nachdachte, fügte sie noch hinzu, antworten Sie ganz offen und ehrlich, als wollte sie andeuten, sie wüßte etwas über mich, das ich selbst nicht wußte, aber mir fiel nichts ein, als ich sagte, ich möchte, glaube ich, die Lebensgewohnheiten der Menschen kennenlernen, fragte sie weiter, welche Gewohnheiten, und als ich, weil es mir gerade in den Sinn kam, antwortete, zum Beispiel wie sie baden, war sie damit einverstanden, gut, fangen wir gleich heute damit an, aber dann sagte sie noch, plötzlich mit einer leisen und bedrohlichen Stimme, aber das ist nicht alles, in einem Fall wie Ihrem gibt es auch gesellschaftliche und politische Probleme, nicht wahr.”
    das ist weder ein schachtel- noch ein wegwerfsatz. das ist über mehrere seiten einfach nur anstrengend.

  4. Thomasam 2. Mai 2008 um 21:57 Link zum Kommentar

    ok, ok, das ist kein Schachtelsatz wie ich es meinte. das ist gestammle

Einen Kommentar schreiben