der herr axel wird mich dafür lieben und so manche/r in schmachtende verzückung entgleiten. ich werde heute endlich wieder mal mit Ihnen singen, und zwar deutsche schlager. das ganze hat auch einen tieferen sinn, den ich Ihnen jetzt allerdings noch nicht verrate. und einen haken gibt es auch bei der sache, denn wir müssen auf mindestens dreißig (in zahlen: 30) lieder kommen. noch besser wären neununddreißig (in zahlen: 39). schaffen wir das?
ich präsentiere hiermit die ersten zehn, alpahbetisch geordnet nach interpreten.
andrea berg - du hast mich tausendmal belogen
costa cordalis - anita
juliane werding - am tag als conny kramer starb
karel gott - babicka
michael holm - tränen lügen nicht
nina hagen - du hast den farbfilm vergessen
peter alexander - die kleine kneipe
reinhard mey - über den wolken
rudi carrell - wann wird’s mal wieder richtig sommer?
udo jürgens - griechischer wein
und nun sinke ich ehrfurchtsvoll auf die knie und bitte Sie ganz superlieb und mit erwartungsvollem blick um rege teilnahme.
was ich noch sagen wollte: in der nachbarschaft gibt es zwei neuzugänge - herzlich willkommen - und einige auszüge. wer sich zu unrecht exiliert fühlt, der möge mir das per mail mitteilen. und wer nicht neben mir wohnen möchte, der darf das natürlich auch äußern.
mittwoch abend gehe ich indisch essen.
donnerstag steht kino mit den kindern auf dem programm.
freitag ist das clubkonzert mit den sportfreunden.
samstag wurde ich zu einer cocktailparty eingeladen.
falls jemand von Ihnen das bedürfnis nach ein bisschen emily verspüren sollte … morgen und am sonntag bin ich noch zu haben.
es war mein drittes buch von murakami, diesmal mit kurzgeschichten. ich mag den schreibstil des japaners. er schafft es, auch völlig belanglosen dingen und begebenheiten etwas interessantes, teilweise sogar mystisches zu verleihen. was mir inzwischen aufgefallen ist: japanische männer scheinen sehr trinkfreudig zu sein. bei jeder passenden gelegenheit ist von bier und whiskey die rede. desweiteren finden sie gefallen daran, alles weibliche zu begatten, was bei drei nicht die beine zusammenkneift. und so ganz allgemein neigt das fernöstliche volk wohl eher zu nachdenklichkeit, depressionen und selbstmord. kostprobe gefällig?
Er war seit drei Jahren verheiratet, und seine Frau war zur Geburt ihres Babys zu ihren Eltern nach Shikoku gefahren.
An einem ungewöhnlich milden Sonntagnachmittag im Januar ging er in die Eisenwarenabteilung eines Kaufhauses, erstand ein deutsches Rasiermesser, mit dem man ein Elefantenohr hätte abschneiden können, sowie zwei Dosen Rasierschaum, ging nach Hause und ließ sich ein Bad ein. Dann holte er sich Eis aus dem Kühlschrank, leerte eine Flasche Scotch und schnitt sich in der Badewanne die Pulsadern auf. Zwei Tage später fand seine Mutter die Leiche. Die Polizei kam und nahm vom Tatort viele Fotos auf. Das Badewasser war vom Blut rot wie Tomatensaft … Aber wozu hatte er Rasierschaum gekauft, und auch noch zwei Dosen? … Vermutlich hatte er, während er auf das Bad wartete und einen Whiskey on the Rocks nach dem anderen trank, die Dosen angestarrt und dabei Jetzt muss ich mich nie wieder rasieren oder so was gedacht.
es sah schon komisch aus, was ich heute gekocht habe. geschmeckt hat es aber um so besser. falls Sie das auch mal probieren möchten, hier ist das rezepte fürs beschwipste huhn.
Sie brauchen:
vier hühnerbrustschnitzel
ein bund frühlingszwiebeln
eine karotte
250 ml sahne
weißwein nach gefühl (ungefähr 125 ml)
salz, weißen pfeffer, paprika
butter
heizen Sie den backofen bei zweihundert grad vor, und lassen Sie eine pfanne mit butter auf dem herd heiß werden. darin braten Sie die gewürzten schnitzel von beiden seiten an. währenddessen schneiden Sie frühlingszwiebeln und karotten in streifen. legen Sie fleisch und gemüse in eine auflaufform. den bratensatz lösen Sie mit etwas wasser und rühren sahne, wein und noch ein bisschen salz und pfeffer darunter. schütten Sie das zeug in die form, deckel drauf und ab damit in den backofen. nach zwanzig bis fünfundzwanzig minuten ist alles fertig. die soße sollten Sie dann allerdings noch ein bisschen mit dem schneebesen bearbeiten. durch die säure des weins flockt nämlich die sahne.
schmeckt sehr lecker mit schupfnudeln, pommes duchesse oder ganz frischem baguette.

heute früh war es nur ein bisschen schnupfen. inzwischen wurde eine prachtvolle vereinigung von fieber und schüttelfrost daraus. die tochter verweigert jegliche nahrungsaufnahme und ist überwiegend mit schlafen beschäftigt. solche ausfallerscheinungen treten bei ihr immer sehr plötzlich und bevorzugt am wochenende auf. damit können sich all meine überlegungen, wo ich den heutigen abend verbringen könnte, rückstandsfrei in luft auflösen. ein aufenthalt in den eigenen vier wänden scheint mir die einzig vernünftige wahl zu sein. vielleicht schaffe ich es dann auch endlich, mit herrn murakami fertig zu werden.
architektur ist das thema des projektes 52 in dieser woche. dazu hätte ich am liebsten ein bild aus meinem archiv genommen. die rheinpromenade in düsseldorf. die pyramide in memphis, tennessee. das rathaus meiner heimatstadt. etwas in der art. aber es soll ja ein extra fürs projekt entstandenes bild sein. also bediente ich mich eines bauplans der legoarchitekten, errichtete zusammen mit den kindern stein für stein schloss hogwarts und drückte dann auf den auslöser der kamera. bitteschön, die schule für zukünftige zauberer von außen …

… und ein blick ins innere.

im hause B. herrschte heute helle aufregung. überraschungspakete sorgen jedesmal für einen regelrechten ausnahmezustand. vier in frühlingsgrünes papier gewickelte päckchen kamen zwischen den styroporflöckchen zum vorschein. außerdem drei umschläge, beschriftet mit den namen der kinder und meinem.
Sie müssen schon zugeben, dass Sie ganz schön verrückt sind. wir sagen danke, danke und noch mal danke und werden beim genuss jedes stückchens dieser superleckeren schokolade an Sie denken

wenn man so wie ich in einem land aufgewachsen ist, das in dieser form nicht mehr existiert, dann taucht berechtigterweise immer wieder die frage auf, was ich am alten system vermisse und was nicht. auch justina möchte DAS wissen. ich picke mir jetzt mal je eine sache heraus, mit der ich im osten ein echtes problem hatte beziehungsweise sehr einverstanden war.
was ich vermisse, das ist die gleichbehandlung von mann und frau, vor allem in der arbeitswelt. im osten war es eine selbstverständlichkeit, dass frauen genau so im beruf standen wie ihre biologischen gegenstücke. im westlichen teil des landes beschleicht mich sehr oft das gefühl, dass ich als frau einer anderen und viel zu niedrig angesetzten wertigkeit unterliege. und das beschränkt sich nicht nur darauf, dass frauen unter männern im berufsleben wesentlich mehr um anerkennung kämpfen müssen, auch wenn sie das gleiche oder sogar noch mehr leisten. gerade südlich des weißwurstäquators geht die zeit in mancherlei hinsicht anders, und die einstellung, dass ich mich vorrangig um meine kinder und den haushalt kümmern sollte, ist in vielen köpfen nach wie vor fest verankert. die steine, die mir dabei mitunter vor die füße geworfen werden, sind nicht nur hinderlich, sondern auch sehr demotivierend. das war im osten eindeutig besser. das vermisse ich.
und was vermisse ich nicht? die ideologische bevormundung und die aufgezwungene propaganda, mit der alles, was anders war, generell als schlecht eingestuft und verurteilt wurde. dass das nicht der wahrheit entsprach, war im osten allen sehr bewusst, sogar denen, die solchen verbalen müll von sich gaben. als jugendliche, im prozess der eigenen meinungsbildung, empfand ich das als ein verbrechen an der bevölkerung. auch wenn die verkündung der eigenen ansichten am system meistens nicht viel ändert: es ist mir wichtig, dass ich den mund aufmachen und meinen standpunkt, meine verärgerung öffentlich preisgeben darf, ohne angst haben zu müssen, in menschenverachtender und unwürdiger form dafür gerichtet zu werden.
über “deutschlands osten und westen” wurde ja schon mehrfach ein beitrag gewünscht. ich habe das nicht vergessen, und die sache ist mit den gerade getippten worten auch nicht erledigt. da kommt noch was. versprochen. ich verrate schon mal so viel: es wird um die schulbildung gehen.
überdurchschnittlich oft war ich seit jahresbeginn im kino, meistens in begleitung. dass sich überhaupt niemand für sweeney todd, der teuflische barbier aus der fleet street begeistern würde, war mir sofort klar, nachdem ich das erste mal davon gehört hatte. die verfilmung eines musicals ist ohnehin nicht jedermanns geschmack, in derartiger form schon gar nicht.
ich habe ihn mir heute angeschaut und bin immer noch überwältigt und ziemlich schockiert. die fast durchgängig düstere kulisse machte den streifen von meister tim burton schon rein optisch zu einem wahrhaft schauerlichen märchen. die hauptdarsteller johnny depp und helena bonham carter wurden dazu ganz phantastisch und maßlos übertrieben von den maskenbildnern in szene gesetzt. das künstliche blut, welches aus den aufgeschlitzten kehlen der opfer spritzte und floss, führte dazu, dass mir der hals schmerzte und eine prächtige gänsehaut meinen ganzen körper zierte. es war grauenvoll und trotzdem wunderschön. der racheakt des barbiers und die art der opferbeseitigung in fleischpasteten, die dann in den gierigen mäulern der mitglieder einer maroden gesellschaft landen, das war zutiefst grotesk und ironisch. ich hatte mich bewusst nicht mit der ganzen geschichte vertraut gemacht und daher auch keinen blassen schimmer, wie sie ausgeht. sehr überraschend war das ende. das bild von sweeney todd, der seine tote frau in einer sich ausbreitenden blutlache sitzend in den armen hält … der lebenssaft, der aus seinen durchschnittenen adern auf ihr gesicht tropft … damit hatte ich jedenfalls nicht gerechnet. kein happyend und doch ein glückliches ende. zumindest für die, die überlebt haben.
dass sweeney todd alle fünf EMIs von mir verliehen bekommt, darüber herrscht sicher klarheit. im vergleich zu anderen wirklich guten filmen reicht das aber bei weitem nicht aus. ihn schmückt deshalb zusätzlich das prädikat EMIs film des jahres. etwas besseres kann in null acht nicht mehr auf die leinwand kommen.