haruki murakami - blinde weide, schlafende frau

es war mein drittes buch von murakami, diesmal mit kurzgeschichten. ich mag den schreibstil des japaners. er schafft es, auch völlig belanglosen dingen und begebenheiten etwas interessantes, teilweise sogar mystisches zu verleihen. was mir inzwischen aufgefallen ist: japanische männer scheinen sehr trinkfreudig zu sein. bei jeder passenden gelegenheit ist von bier und whiskey die rede. desweiteren finden sie gefallen daran, alles weibliche zu begatten, was bei drei nicht die beine zusammenkneift. und so ganz allgemein neigt das fernöstliche volk wohl eher zu nachdenklichkeit, depressionen und selbstmord. kostprobe gefällig?

Er war seit drei Jahren verheiratet, und seine Frau war zur Geburt ihres Babys zu ihren Eltern nach Shikoku gefahren.
An einem ungewöhnlich milden Sonntagnachmittag im Januar ging er in die Eisenwarenabteilung eines Kaufhauses, erstand ein deutsches Rasiermesser, mit dem man ein Elefantenohr hätte abschneiden können, sowie zwei Dosen Rasierschaum, ging nach Hause und ließ sich ein Bad ein. Dann holte er sich Eis aus dem Kühlschrank, leerte eine Flasche Scotch und schnitt sich in der Badewanne die Pulsadern auf. Zwei Tage später fand seine Mutter die Leiche. Die Polizei kam und nahm vom Tatort viele Fotos auf. Das Badewasser war vom Blut rot wie Tomatensaft … Aber wozu hatte er Rasierschaum gekauft, und auch noch zwei Dosen? … Vermutlich hatte er, während er auf das Bad wartete und einen Whiskey on the Rocks nach dem anderen trank, die Dosen angestarrt und dabei Jetzt muss ich mich nie wieder rasieren oder so was gedacht.

Geschrieben von emily am 9. März 2008 | Abgelegt unter gelesen |

2 Kommentare zu “haruki murakami - blinde weide, schlafende frau”

  1. e-leo1969am 9. März 2008 um 22:28 Link zum Kommentar

    Die Japaner durchaus treffend beschrieben. Sie stehen auf große Brüste und kleine Mädchen in Uniform. Trinken tun sie gerne aber so trinkfest sind sie gar nicht mal ;)
    Sie (die Japaner) habe sehr viel Ehr- und gleichzeitig Schamgefühl. Nie einem Japaner sofort die Hand zur Begrüßung reichen. Abwarten was er macht, nur eine Verbeugung andeuten. Und in der Mittagspause rennen echt alle wie verrückt in irgendwelche Spielbuden und werfen lauter Kleingeld in die Slot-machines. Ich war zwei mal in Japan. Komisches Land :D

  2. emilyam 10. März 2008 um 05:52 Link zum Kommentar

    ich sollte mal dort hinfliegen und mir land und leute anschauen. das klingt wirklich faszinierend.

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