projekt 52, woche 8: was macht mir angst?

es gibt vieles, was mir angst macht. dicke spinnen, böse albträume, volle aufzüge, gewalt, psychische grausamkeit, der missbrauch meines vertrauens, lügen, einsamkeit, krankheiten, der tod …
… und engstirnigkeit. in den köpfen viel zu vieler menschen wohnt ein regelrechter zwang, dass alles seine ordnung und bedingungslose regelmäßigkeit haben muss, von der auch kein halber millimeter abgewichen werden darf. ich ging heute durch ein treppenhaus, das tapeziert war mit zetteln und schildern, welche in mir ein beklemmendes gefühl hervorriefen. gerade in einer wohngemeinschaft sind gewisse vorschriften erforderlich. das ist mir klar. aus eigener erfahrung weiß ich allerdings, dass viel zu oft auf deren strikte einhaltung gepocht wird, selbst wenn sie keinen sinn machen. geht die welt unter, wenn das treppenhaus nicht am freitag, sondern erst am samstag geputzt wird? müssen kinder bei allerschönstem wetter während der mittagszeit den spielplatz meiden, selbst wenn sie dort fast geräuschlos schaukeln, rutschen und sandeln können? spricht etwas dagegen, am sonntag die flüsterleise waschmaschine anzuschalten, nur weil durch die hausordnung ein verbot verhängt wurde? ich wohne zum glück in einer gemeinschaft, die viele vorschriften nicht so eng sieht und recht viel platz für eigenverantwortliche entscheidungen bietet. wird das nicht ausgenutzt und gelegentlich auch mal ein zugeständis eingeräumt, dann klappt es auch mit den nachbarn.
stellvertretend für eine meiner ängste, mangelnde flexibilität durch engstirniges denken und correctness bis zum bitteren ende, und zwar in allen bereichen des lebens, entstand diese fotoschnipselei.

angst.JPG

Geschrieben von emily am 23. Februar 2008 | Abgelegt unter projekt 52 |

6 Kommentare zu “projekt 52, woche 8: was macht mir angst?”

  1. Uweam 23. Februar 2008 um 22:58 Link zum Kommentar

    Ach, wie recht sie doch haben. Und wie gut, dass ich mich hier auch nicht mit solch engstirnigen Menschen auseinandersetzen muss.

  2. HamburgerSonneam 24. Februar 2008 um 11:43 Link zum Kommentar

    Liebe Emily,
    Sie haben mich mit ihrer Collage zu einem Post inspiriert!
    Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag!

  3. e-leo1969am 24. Februar 2008 um 13:01 Link zum Kommentar

    Ich würde nie in so ein Haus einziehen. Und wenn es nicht anders ginge würde ganz schnell mein “dicker” Widderschädel zum Vorschein kommen :D Das es so was überhaupt noch gibt *kopfschüttel*
    Schöner Beitrag zur Woche 8. Hebt sich bestimmt von einigen anderen Ängsten ab :)

  4. emilyam 24. Februar 2008 um 19:44 Link zum Kommentar

    @uwe: das freut mich für Sie :)

    @hamburgersonne: schade, dass Sie es nicht ganz so gut getroffen haben. gerade was das trocknen der wäsche angeht, finde ich vorschriften ganz übel. da wird ist es mir lediglich untersagt, mich am sonntag auf dem gemeinschaftlichen trockenplatz im freien auszutoben. auf dem balkon genieße ich allerdings narrenfreiheit.

    @e-leo: oha, wir sind nicht nur ein jahrgang, sondern auch beide ausgeprägte dickschädel :D

  5. derSicham 28. März 2008 um 00:34 Link zum Kommentar

    Ohhh das kenn ich nur zu gut. Wenn unsere Nachbarn mal wieder rumstressen sollten, weil ich (angeblich) die Tür nicht richtig zugezogen hätte und sie deshalb den ganzen Tag aufstand, oder ich die Wohnungstür aufließ und es auf dem Flur nach Essen riecht, dann habe ich aber sofort 10 Gegenantworten parat. Dinge die MICH stören… Tolleranz ist eine Tugend!

  6. emilyam 28. März 2008 um 17:15 Link zum Kommentar

    eine tugend, die vielen abhanden gekommen ist. leider.

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