das projektthema zeitzeuge hatte es in sich. da musste ich wirklich überlegen, was ich nehme. nun lese ich ja sehr gerne, die meisten bücher nur ein einziges mal und dann nie wieder. aber es gibt eins, das mich viele jahre meines lebens begleitet hat und deshalb mein zeitzeuge ist. meine großeltern schenkten es mir weihnachten neunzehnhundertzweiundsiebzig. da war ich gerade mal drei jahre alt. es ist ein dickes märchenbuch der brüder grimm. einige der geschichten sind doppelseitig bunt illustriert, bei allen anderen unterstreichen viele kleine zeichnungen deren inhalt. vier umzüge gingen mit so manchem verlust einher. doch das buch fand sich zum glück jedesmal wieder. es weist inzwischen mehr als deutliche gebrauchsspuren auf, verschmutzungen und unzählige fliegende seiten. trotzdem ist es für mich eines meiner wertvollsten besitztümer. die großeltern leben nämlich nicht mehr, und das buch ist so ziemlich alles, was mir von ihnen geblieben ist. (klick macht BIG)
projekt 52, woche 4: zeitzeuge
Geschrieben von emily am 13. Februar 2008 | Abgelegt unter projekt 52 |
9 Kommentare zu “projekt 52, woche 4: zeitzeuge”
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ich kenn das buch, habe ich auch gehabt, hatten meine Kinder, also ähnlich wie ihre Geschichte, frau emily
also ob es nun das gleiche war, aber ich erkenne die bilder, verdammt ist das lange her
nachdem die auswahl damals nicht so überwältigend war, wird es sicher das gleiche buch sein. haben Sie es denn noch?
ja, vielleicht, wir ziehen gerade um, ganz langsam (der Umzug), ich schau im März mal durch, ich werfe nie ein Buch weg, sehr zum Ärger meiner weltbesten Ehefrau
, also ich muss es noch haben, garantiert, ich schau mal, wie gesagt, im März …
Mir gefällt, wie subtil Sie uns, liebe Emily, die ersten Zeilen des König Drossebart-Märchens da präsentieren… Das war doch kein Zufall
Hmmm: Sieht tatsächlich aus wie das, das ich hatte. Nur das ich es 1974/1975 bekommen habe.
Bei dem Artikel konnte ich aber erfreut herauslesen, dass wir ein Jahrgang sind
Die Idee, das Grimm´sche Märchenbuch als Zeitzeugen zu nehmen ,war eine gute Wahl.
LG aus Berlin
@justina: es war zufall. wirklich. mir hat einfach gefallen, wie die königstochter am seitenrand sitzt. ich bin ja auch nicht über alle maßen schön. und es ist doch nicht so, dass ich alle freier (was für ein altertümliches wort) für unwürdig erachte. der richtig war nur einfach noch nicht dabei
@e-leo: es war wohl das standardwerk in sachen märchenbücher, damals, im wilden osten. liebe grüße aus dem süden
Nö… da habe ich noch in Nürnberg gewohnt. Nach West-Berlin ging es dann 1977. Aber manche Bücher wurden auch im Westen damals verkauft. Später hat meine Schwester ihre Medizinbücher sogar während der Besuche drüben gekauft. Wegen der Preise.
Ohhh ja, diese Ausgabe der Märchen kenne ich auch nur zu gut, die wurden mir immer vorgelesen, als ich noch 25 Jahre jünger war…
Hat das Buch etwa auch einen roten Einbund? Dann hatte ich genau das gleiche auch in meiner frühen Kindheit.
Damals hat man den Kindern halt noch so beigebracht was gut und was schlecht ist. Wer liest denn heutzutage seinen Kindern noch Märchen vor? Ich denke, dass es deutlich weniger sind als noch vor 20 Jahren.