“… Es ist, als würde man in einen mächtigen Strudel hineingezogen. Wissen Sie, ich bin verheiratet. Mit einer Japanerin. Wir haben ein Kind. Ich liebe meine Frau. Wirklich. Auch jetzt noch. Aber als ich Ame begegnet bin, fühlte ich mich sofort zu ihr hingezogen. Als wäre ich in einen Strudel geraten. Ich konnte nichts dagegen tun. Ich wusste es sofort. So etwas geschieht einem nur einmal im Leben. Eine solche Begegnung ist einzigartig. Mir war klar, wenn ich mit ihr ginge, würde ich es irgendwann bereuen, aber es nicht zu tun, würde die Bedeutung meiner Existenz schmälern …”
eine interessante geschichte, zweifellos. doch es war das erste buch von murakami, das ich als sehr langatmig empfand und bei dem ich nicht das bedürfnis verspürte, alles stehen und liegen zu lassen, um es schnellstmöglich zu verschlingen. ganze sieben wochen hat es gedauert, um bis zur letzten seite zu kommen. mehr muss ich dazu wohl nicht sagen …
es spielt keine rolle, ob ich den großeinkauf beim discounter meines vertrauens montag, mittwoch oder samstag bewältige. hauptsache im kühlschrank findet sich immer etwas essbares. geputzt wird nicht nach kalender, sondern wenn es nötig ist und ich lust danach verspüre. ich brauche für nichts festgeschriebene zeiten und szenarien, außer …
… morgens zwischen weckerpiepsen und verlassen des hauses. in dieser zeit muss alles nach plan laufen. ich funktioniere dann fast schon automatisiert. grobe störungen beim ablauf lassen mich sehr schnell sehr ungenießbar werden. und auch übermäßigen lärm und geplapper vertrage ich weniger gut. dagegen sorgen ruhe und gewohnte regelmäßigkeiten dafür, dass ich stressfrei kaffee, frühstück, brotzeit und eine kleine orgie im bad hinkriege. dann ist der tag schon fast gerettet und die wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ich mich selbst und meine zeitgenossen mit bestmöglicher laune erfreuen kann.
brauchen Sie auch so eine aufgeräumte und ruhige phase, um gut in den tag starten zu können? oder sind Sie geistig sofort vollständig anwesend und belastbar? gibt es rituale oder eher das tägliche chaos? wie geht es Ihnen denn morgens?

bildquelle:
http://www.amazon.de/Playboy-Damen-Hausschuhe-black/dp/B000VVWBZA
wir starteten gegen sieben. erste anlaufstelle und treffpunkt für alle “teilnehmer” war die pilsbar chaplin. zehn leute, ein bunter haufen, eine zusammensetzung, wie es sie vorher noch nie gab. die band spielte gut und verdammt laut. die kneipe füllte sich schnell. also machten wir platz und zogen weiter ins mango. einer der jungs bestellte eine runde ficken. ich hatte dieses getränk bis dahin noch nie probiert und war auch überhaupt nicht begeistert davon. zumindest geschmacklich habe ich das nämlich ganz anders in erinnerung. ok, in diese richtung wollte ich jetzt eigentlich nicht abschweifen
auch im mango spielte die band sehr gut, und die stimmung war prächtig. aber weil wir noch mehr erleben wollten, ging es weiter ins razzmatazz. meinetwegen hätten wir das ausfallen lassen können, börget wollte aber unbedingt hin, weil sie die dort spielenden musiker anja & rico kannte. ich kannte die auch und verspürte so gar keine lust auf siebziger jahre und flowerpower. der rest unserer truppe anscheinend auch nicht, denn bereits nach zehnminütiger verweildauer beschloss die mehrheit einen erneuten wechsel der location. wir wollten in die lobby. leider war es dort so voll, dass man uns nicht reinließ. wir zogen weiter zur klostersteige und blieben dort etwas länger, obwohl mich weder stimmung noch band überzeugen konnten. aber wir hatten so was wie gruppenzwang vereinbart. das hieß, entweder alle bleiben oder alle gehen. gegen mitternacht war die metro dran. reggae, naja, nicht so unser geschmack. also weiter ins cave. leider pausierte die band gerade. doch das publikum war erfrischend anders und ließ auf punkrock und ähnliches schließen. hätte mir sicher gut gefallen, aber ich wurde überstimmt und pilgerte mit ins flair. eine ganz junge band spielte, deren sängerin eine verdammt gute stimme hatte. die gäste waren im schnitt um die zwanzig und bewiesen wieder mal, dass ein großteil dieser altersklasse keine ahnung zum feiern hat. wie kann man nur so gelangweilt und desinteressiert in der gegend rumsitzen! mangelnde begeisterung war das letzte, worauf wir lust verspürten. auf wiedersehen. wir beendeten unseren nächtlichen streifzug am ausgangspunkt, dem chaplin. unter lautstarkem protest von andi verabschiedete ich mich, weil ich ganz einfach keine lust mehr hatte und nach hause wollte.
fazit: gemischt. wir hatten unseren spaß, und es gab schon schlechtere events, aber auch eindeutig bessere. und bei der nächsten musiknacht wird mit anderen regeln gespielt. wenn es mir irgendwo gefällt, dann will ich da auch ein bisschen länger bleiben, notfalls alleine. gruppenzwang? bitte ohne mich.
zwei einkaufserlebnisse ließen sich gestern verbuchen. das erste waren die fälligen winterschuhe für die kids. erfreulich war, dass es schnell und ohne den verlust von nerven endete. als nicht so erfreulich erwiesen sich wieder mal die preise. ich gehöre ja zu denen, die gelegentlich einen nostalgischen rückfall erleiden und die euronen mit der guten alten DM vergleichen. bei schuhen kann ich mir das inzwischen ersparen, denn es macht keinen unterschied mehr und ist einfach nur noch der horror. aber was soll’s, diese ausgabe musste sein. was danach folgte, dauerte zwar etwas länger und bedurfte ebenfalls einer finanziellen investition, machte dafür aber wesentlich mehr spaß. der herr legolas hatte als erster vertreter der männlichen rasse den mut, mich beim kauf von dessous zu begleiten und beratend tätig zu sein. wobei er es ziemlich schwer hatte, denn es stellte sich schnell heraus, dass unsere geschmäcker sehr verschieden sind. viele farben gehen bei mir so was von überhaupt nicht, weiß und babyblau beispielsweise. ich wollte außerdem nichts, was ich so ähnlich schon im schrank liegen habe. doch dessen inhalt konnte er natürlich nicht kennen. ich war also eindeutig im vorteil und ging mit drei von mir gewählten modellen zur anprobe. schokobraun mit himmelblau sah an mir leider nicht mal halb so gut aus, wie ich es erwartet hatte. die schwarze wäsche gefiel uns beiden schon wesentlich besser, vor allem das höschen, das zwar aus recht viel stoff bestand, durch seine halbtransparenz aber mehr zeigte als verbarg. richtig überzeugen konnte es trotzdem nicht. am ende erwies sich das, was von anfang an mein favorit war, als perfekt und durfte in die tüte. genaueres dazu werde ich an dieser stelle allerdings nicht verraten. also fragen Sie gar nicht erst. nach getaner arbeit folgte das vergnügen. nicht was Sie jetzt denken! wir schlürften kaffee, aßen eis, plauderten ein wenig und benahmen uns verdammt anständig. auf dem weg zum auto konnte ich es dann nicht lassen, mit ihm einen kurzen abstecher in den schuhladen und zu den knuffeligen playboy-puschen zu machen, die mir so gut gefallen. ein traum in schwarz mit pinkfarbenen bommeln, aber leider viel zu teuer. nun ja, er war ein bisschen schockiert. aber geschmäcker sind nun mal, wie ich bereits erwähnte, verschieden.
danke für diesen angenehmen nachmittag
freitag abend überfällt mich immer eine ganz hinterhältige müdigkeit. nach fünf tagen büro von früh halb acht bis nachmittag vier uhr, dem ganzen kram mit kindern und haushalt und nächten mit viel zu wenig schlaf, fordern körper und seele eine auszeit. meine innere uhr sagt ihnen dann wohl, dass freitag ist. manchmal kämpfe ich dagegen an. sitze ich mit freunden irgendwo in lustiger runde zusammen, dann gelingt es mir in der regel auch, den tiefpunkt zu überwinden. doch gestern war ich zu hause. mit dem immer noch nicht zu ende gelesenen buch gesellte ich mich zu den kindern auf die couch. ich wickelte mich in eine kuschelige decke, schlürfte eine tasse tee, versank in japanischer literatur und war irgendwann weg. halb zehn weckten mich die kinder, weil sie ins bett wollten. nach einem kurzen abstecher ins bad verkroch ich mich bis oberkante unterkiefer unter der bettdecke und schlief mit ein paar schönen gedanken an Siewissenschonwen ein. die nacht verlief ohne störende zwischenfälle. der vollmond hat mir seit ewigen zeiten das erste mal wieder gut getan. kein seltsamer traum ließ mich aufschrecken. nichts, aber auch gar nichts, hielt mich vom schlafen ab. es war halb acht, als ich wach wurde. ich weiß nicht, wann mir das letzte mal so viel erholung vergönnt war. draußen kann der himmel endlos trüb und grau sein. in meinem kopf scheint die sonne. mir geht’s gut. das habe ich Ihnen neulich schon mal gesagt. und wenn ich mich auch sonst nur ungern wiederhole, das schreibe ich mit freude immer wieder. mir geht’s gut. mir geht’s gut. mir geht’s gut.
schönes wochenende allerseits
heute gibt es mal nur ein bisschen kleinkram zum persönlichen tagesgeschehen.
nach dem morgendlichen aufstehen ist mein kreislauf aus nicht geklärter ursache wieder mal im viereck gelaufen. ich sah auch nicht wirklich lebendig aus. bunny’s vorschlag, nach hause zu fahren, ignorierte ich allerdings und quälte mich stattdessen durchs büro. am vormittag besserte sich mein zustand, so dass ich mittags die kollegen zum sushi essen begleiten konnte. ich mag das zeug. ist einfach lecker. und kann es als süße nachspeise etwas besseres geben als frittierte bananen? als kleinen gag hatte polli diesmal zettel und stift dabei, um für jeden geleerten teller einen strich machen zu können. spitzenreiter wurde ein kollege mit neunundzwanzig tellern. ich brachte es immerhin auf dreiundzwanzig. seitdem habe ich auch nichts mehr gegessen und bin immer noch satt.
ein kleines päckchen wurde mir heute zugestellt. ein dickes dankeschön geht an schoko-bella und an mape. ich hoffe, dass bald wieder ein rohr verstopft ist, um es dann professionell von seinem ekelerregenden inhalt erlösen zu können. und bei gelegenheit werde ich mich für die spende revanchieren.
meine mama hat heute geburtstag. irgendwie passiert immer etwas weniger schönes in dieser zeit. vor zwei jahren bin ich einen tag vorher umgefallen und musste stationär behandelt werden. letztes jahr hatte mein stiefvater einen herzinfarkt und lag bis zum dreiundzwanzigsten oktober in der klinik. und heute erzählte sie mir am telefon, dass man ihn vor zwei tagen mit starken schmerzen den ärzten übergeben hat. diesmal ist es aber nicht das herz, sondern prostatakrebs, der seit einiger zeit zwar mit hormonen behandelt wird, davon aber ganz sicher nicht verschwindet. und so wie es im moment aussieht, hat er sich wohl ausgebreitet. etwas genaueres weiß noch niemand.
Siewissenschonwer hat sich überraschenderweise per mail gemeldet, um mir mitzuteilen, dass er in den nächsten tagen physisch abwesend sein wird. das ist doch wirklich sehr lieb von ihm. vielleicht hat er endlich begriffen, dass sich mein kopf mit allen möglichen schlimmen gedanken füllt, wenn mein postfach scheinbar grundlos leer bleibt. vielleicht will er mir das diesmal ersparen.
der erste eintrag zum wunschkonzert ist in arbeit und wird am wochenende hoffentlich fertig.
ich verspüre gerade das dringende bedürfnis, einen neuen blackberry haben zu müssen. es gibt aber nichts neues. ärgerlich. sehr ärgerlich. wirklich.
ich verspüre außerdem das extrem dringende bedürfnis, noch etwas ganz anderes haben zu müssen. damit sieht es aber noch schlechter aus. und das ist … dafür fehlen mir schlichtweg die richtigen worte.
so, mehr fällt mir jetzt nicht ein. ich wünsche Ihnen eine angenehme nachtruhe und süße träume.
der sohn fährt gerade nach lindau. klassenfahrt bis freitag. als ich mich am bahnhof von ihm verabschiedete, wurde mir wieder einmal bewusst, dass er inzwischen zu den großen gehört. er schaute mich zwar etwas ängstlich an, allerdings tat er das nicht, weil er ein problem ohne mich haben wird. er befürchtete wohl, dass ich ihn vor seinen freunden und der ganzen welt umarmend an mich drücke und ihm dann als krönung aller peinlichkeiten noch einen dicken kuss mitgebe. nichts dergleichen ist passiert. ich wünschte ihm viel spaß, strich nur kurz mit der hand über seinen kopf und verschwand.
der sohn ist elf. er fängt an, sich ein bisschen von mir zu entfernen. und ich finde das ehrlich gesagt nicht mal schlimm.
meine rechte gesichtshälfte ist taub. bis hinters ohr erstreckt sich das pelzige gefühl. essen darf ich wieder, wenn der normalzustand zurück ist, also heute nicht mehr. erfahrungsgemäß wirkt die betäubung bei mir nämlich vier stunden minimum.
ich war beim zahnarzt. nachdem mein lieblingsbeißerchen immer wieder mit mir gesprochen hat, vereinbarte ich vor einer woche den termin und war sehr froh, dass ich ihn doch recht kurzfristig bekommen habe. der herr doktor wusste gleich, worum es geht. damit Sie es auch wissen: mir fehlt seit ewigen zeiten der zweite backenzahn von hinten. der dritte und der letzte hatten schon eine füllung, also hat der ZA über die lücke eine “hängebrücke” gespannt und diese mit teilkronen auf den ohnehin schon beschädigten zähnen befestigt. die konstruktion hielt gut fünfzehn jahre. auf dem vorderen zahn hat sich die krone allerdings irgendwann gelöst. das dumme ist, dass man das nicht sofort merkt. erst wenn der zahn weh tut, weil er langsam aber sicher kaputt geht, weiß man es. und dann hilft nur noch die entfernung der einstmals installierten teile. in meinem fall kann ich noch von glück sprechen, weil nicht alles raus musste. die brücke wurde einfach vor dem letzten zahn abgesägt, so dass dieser seine krone behalten durfte. der kaputte zahn wurde provisorisch repariert. mein gott, was für hässliche werkzeuge und lange nadeln der mann in weiß diesmal benutzt hat. grauenvoll, auch wenn man nichts spürt. aber damit nicht genug. nächste woche freitag durchlebe ich die erste wurzelbehandlung meines lebens. anders ist der zahn nicht mehr zu retten. ich muss zugeben, dass ich es ohnehin nicht schaffe, angstfrei zum zahnarzt zu gehen. doch darüber habe ich schon so viele furchtbare geschichten gehört, dass ich gerne eine vollnarkose hätte. kann mal bitte jemand die uhr so weit vordrehen, dass jetzt schon der dritte november ist?
es ist dienstag. keine frage. ich meine, es gibt heute keine frage. ich würde Ihnen ja gerne eine stellen. geht aber nicht. mir friert nämlich gerade das hirn ein. ich will einen anderen arbeitsplatz. im sommer knallte die sonne mit allerschönster perversion auf meinen monitor. jetzt hat petrus das licht zwar ausgemacht, aber dafür ist es arschkalt und ungemütlich zugig. welcher trottelige hobbyarchitekt hatte eigentlich die idee, nur die hälfte des gebäudes mit einer kuscheligen zwischendecke auszustatten und den rest als halle zu belassen, dekoriert mit oberlichtern??? sieht geil aus, das ist aber auch schon alles. ich sitze nämlich unter so einem dachfenster und friere mir den hintern ab, während sich der verantwortliche für diese bautechnische katastrophe in seinem warmen büro von der blonden sekretöse kaffee und ein paar häppchen servieren lässt.
ich werde jetzt ein bisschen an Siewissenschonwen denken. so kann ich zwar nicht mehr arbeiten, aber mir wird wenigstens warm dabei …