monolog

ich habe dich letzte nacht geschont und wirklich pfleglich behandelt. nur ein einziges alkoholisches getränk gönnte ich mir. dann trank ich an der bar sitzend wasser. anstatt trübsinnigen gedanken nachzuhängen, plauderte ich ungezwungen mit einer freundin und dem grünen thomas. die musik war wirklich nicht zu laut, und mit sieben stunden hast du ausreichend schlaf bekommen. der kaffee konnte dich ebenso wenig besänftigen wie die antischmerzpresslinge. weder der ruhige vormittag zu hause, noch der sonnige nachmittag im park mit freundin C. brachten dich zum schweigen. ich hatte gehofft, dass dich wenigstens der abend mit alex, lecker pizza und gut gekühltem weißwein von deiner arbeit abhält. fehlanzeige. du schiebst überstunden, obwohl sie nicht nötig sind und nicht bezahlt werden. den ganzen tag quälst du mich schon. seit dem morgendlichen erwachen pochst und hämmerst du mit einer ausdauer, die ich bis jetzt noch nicht von dir kannte. mein nacken schmerzt. es zieht bis in die schulter und den rechten arm. und bei jeder plötzlichen bewegung gibst du mir das gefühl, dass es dich gleich in millionen einzelteile zerreißen wird. wenn du mir damit irgendetwas sagen willst, dann mach endlich die klappe auf und sprich mit mir. habe ich dich in den letzten tagen überstrapaziert? womit bin ich in ungnade gefallen? was gefällt dir nicht? sag es einfach. und dann, lieber kopf, schraubst du dein geltungsbedürfnis bitte wieder auf ein normales und erträgliches maß herunter. ich spendiere dir sogar noch eine weitere aspirin, wenn du mir versprichst, dass du mich in ruhe schlafen lässt und mir einen schönen traum schenkst.

Geschrieben von emily am 23. September 2007 | Abgelegt unter gelebt |

5 Kommentare zu “monolog”

  1. mapeam 24. September 2007 um 13:32 Link zum Kommentar

    liegt die kausalität möglicherweise bei den 38 tagen??
    wünsche gute genesung

  2. herr axelam 24. September 2007 um 14:13 Link zum Kommentar

    gute besserung, liebe emily. manchmal braucht man solche zeichen des körpers, die einen spüren lassen, dass man noch lebt.

  3. emilyam 24. September 2007 um 14:54 Link zum Kommentar

    danke, meine herren. ist schon wieder besser

    @mape: ich glaube nicht, dass das der grund dafür ist, denn dann müsste ich ja unter dauerkopfweh leiden. furchtbare vorstellung …

    @herr axel: ich bin also wirklich und wahrhaftig noch lebendig. wer hätte das gedacht ;-)

  4. jabam 26. September 2007 um 22:44 Link zum Kommentar

    mir scheint hier ein ausgiebig entspannendes wochenende angebracht..

    zumindest hilft das bei mir;)

  5. emilyam 26. September 2007 um 23:36 Link zum Kommentar

    naja, inzwischen geht es dem kopf wieder gut. zumindest in hinsicht auf schmerzen. und das nächste wochenende scheint ruhig zu werden. sehr ruhig!!!

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