sadomasochistische selbstverstümmlung

manchmal ist mir nicht zu helfen. echt. dabei hätte es ganz sicher jemand getan, wenn ich darum gebeten hätte. aber nein, so einen aufschraubwickler für den rollladen kann ich auch alleine austauschen. dachte ich zumindest. als ich das metallische innenleben gegen seinen willen zusammengerollt hatte und den gurt gegen seinen willen einhängen wollte, fehlte mir allerdings eine helfende hand. darauf hatte dieses hinterlistige metalldingens nur gewartet. es schnellte in seine ausgangsposition zurück, was eigentlich nicht so schlimm gewesen wäre, wenn mein linker daumen dabei nicht im weg gestanden hätte. er stand aber im weg. erst mal tat es nur höllisch weh. und dann kam das blut. das war einfach zu viel. ich torkelte ins bad, ließ die hand übers waschbecken baumeln und sackte nach unten. in meinen ohren rauschte es, und mein blickfeld verdunkelte sich. tief durchatmen und wach bleiben, dachte ich mir. dann musste ich einen raum weiterkriechen und mich ganz gepflegt übergeben. ich kann wirklich viel ertragen, aber der anblick meines eigenen blutes, das aus einer laut schreienden wunde tropft, gehört nicht dazu. nachdem ich wieder einigermaßen bei sinnen war, holte ich den alten autoverbandskasten aus seinem asyl und versuchte, den daumen hübsch einzuwickeln. vielleicht hätte ich jemanden um hilfe bitten sollen. hübsch ist es nämlich nicht gerade geworden, aber es erfüllt zumindest seinen zweck.
fazit: der rollladen wurde nicht repariert. dafür ist der daumen jetzt auch noch kaputt.
ich bin dann mal im kino. alleine. einen schönen und unfallfreien abend wünsche ich Ihnen.

Geschrieben von emily am 23. August 2007 | Abgelegt unter gelebt |

10 Kommentare zu “sadomasochistische selbstverstümmlung”

  1. michaelam 23. August 2007 um 20:11 Link zum Kommentar

    Sie machen ja sachen, sein Sie bitte vorsichtig. Ich hoffe Sie haben trotzdem viel Spaß im Kino und schaffen es in einem Stück nach Hause.

  2. Tokam 23. August 2007 um 20:19 Link zum Kommentar

    Ach, solang der Daumen noch dran ist…

    Oweh, der arme Daumen. *pust* (Mit dem beinahe-Umkippen das find ich ja, ähm, prickelnd.)

  3. emilyam 23. August 2007 um 22:26 Link zum Kommentar

    @michael: ja, ich habe es komplett und am stück wieder nach hause geschafft :D

    @tok: das mit dem “solang der daumen noch dran ist …” habe ich mir im ersten moment auch gedacht. aber warum finden Sie das “beinahe-umkippen” prickelnd??? das hätte mir ja noch gefehlt, dass ich im bad mit voller wucht auf den harten boden knalle …

  4. Binaam 23. August 2007 um 22:49 Link zum Kommentar

    Autsch! Schon der zweite Fall, von dem ich heute höre, dass jemand unbedingt autark sein wollte und bitter dafür bezahlt hat…
    Ich hoffe doch sehr, dass die Wunde inzwischen verstummt ist und Sie gut schlafen können!

    (Und waren Sie etwa in dem Film, den ich gerade vermute?)

  5. emilyam 23. August 2007 um 22:54 Link zum Kommentar

    der daumen pocht ausdauernd vor sich hin und möchte aus dem verband raus. ich will das elend vorerst aber nicht sehen …
    film - siehe gerade veröffentlichter eintrag. an welchen hatten Sie denn gedacht?

  6. littleandyam 24. August 2007 um 09:27 Link zum Kommentar

    Gute Besserung!

  7. emilyam 24. August 2007 um 17:47 Link zum Kommentar

    @littleandy: danke, wird schon wieder :)

  8. Tokam 24. August 2007 um 20:09 Link zum Kommentar

    Prickelnd? Na, das war doch nicht so gemeint. Eine Art “also eigentlich tun Sie mir Leid, aber das werden alle anderen auch sagen, deswegen sag ich das ein bisschen anders”-Möchtegernironie.

  9. […] [18:10] do you remember? noch ein bis zwei wochen, dann sollte davon so gut wie nichts mehr zu sehen sein. hat ja auch lange genug gedauert. […]

  10. […] es soll ja leute geben, die am sonntag nachmittag bei strahlendem sonnenschein irgendwo am wasser rumliegen und sich eine doppelte portion hautkrebs holen. und was macht die emily? die fährt zur ortsansässigen klinik. in die notaufnahme. aber nicht, weil sie wieder mal versucht hat, sich handwerklich zu betätigen. mit durch puren leichtsinn und grenzenlose dummheit zugefügten verletzungen belästigt man schließlich kein medizinisch geschultes personal. nein, die emily begibt sich dorthin, weil sie von einem kranken pfleger auf ne tasse kaffee eingeladen wurde. ist mir eigentlich noch zu helfen??? by the way, ich wurde mit den worten “ich hab dir was mitgebracht” empfangen, und das mitgebrachte entpuppte sich als zecke, die noch recht lebhaft mit ihren beinchen zappelte. keine ahnung, was nach meiner begutachtung mit ihr passiert ist. vielleicht wird sie jetzt täglich mit einem tropfen blut der ihr am bekömmlichsten blutgruppe gefüttert und dient ominösen forschungszwecken. muss ich bei gelegenheit mal nachfragen. ach ja, der kaffee und die damit verbundene plauderei waren übrigens so was von verdammt gut, dass ich beschlossen habe, mich jederzeit wieder einladen zu lassen … […]

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