liebe leserinnen und leser!
in den letzten beiden folgen des “verbalen portraits” haben wir Ihnen schon viel über emily verraten. Sie wissen jetzt wie sie aussieht und kennen ihre inneren werte. gewiss haben Sie schon mit spannung die heutige ausgabe erwartet, in der Sie endlich etwas über ihre vorstellungen vom traummann erfahren sollen. nun, es ist uns gelungen, starreporterin waltraud wachtel dafür zu gewinnen, ein exklusivinterview mit emily zu führen. hier ist es.
W: zunächst einmal vielen dank für Ihre gesprächsbereitschaft. wir verschwenden am besten keine zeit und kommen gleich zur sache. wie stellen Sie sich denn den mann an Ihrer seite rein optisch betrachtet vor? bevorzugen Sie einen bestimmten typ?
E: nein. das gesamtbild muss passen. da spielt es keine rolle, ob er blond oder schwarzhaarig ist. schöne augen sind mir wichtig und ein lächeln, von dem ich bauchweh bekomme. wenn er mich anschaut, dann muss es knistern und funken sprühen. ansonsten ist bedingung, dass er einige zentimeter größer ist als ich. zwerge gehören ins blumenbeet und nicht in mein bett. dass er gepflegt ist und nicht an chronischen trauerrändern unter den fingernägeln leidet, halte ich für selbstverständlich.
W: und die figur?
E: schlank, aber nicht drahtig. ein bisschen durchtrainiert sollte er schon sein, jedoch nicht muskelbepackt. männer, die vor lauter kraft nicht mehr normal laufen können, finde ich optisch widerlich.
W: das bringt uns zum thema sport. wie ausgeprägt stellen Sie sich sein verhältnis dazu vor?
E: sportliche betätigung hat noch niemandem geschadet. es muss aber in einem vernünftigen rahmen bleiben. wenn er zwei bis drei mal in der woche etwas für seinen körper tut, ist das ok. ich will allerdings keinen mann, der täglich dem fußball hinterher rennt und mich am wochenende dazu nötigt, mir das spiel seiner mannschaft anzuschauen.
W: kommen wir zu den inneren werten. was ist Ihnen da besonders wichtig?
E: er darf ruhig eine lebenseinstellung vertreten, die von der norm abweicht, sonst könnte es schwer für ihn werden, mich zu ertragen. wenn er mein motto “das leben ist eine party. lasst uns feiern.” teilt, dann ist das auf jeden fall eine gute basis. ganz wichtig ist, dass er mir meine freiheiten lässt und mich nicht überwacht. ich brauche keine klette, die ständig an mir hängt. eine beziehung mit nähe und abstand, in der man gemeinsam aktiv ist, aber jeder auch losgelöst vom anderen existieren kann, das möchte ich. wenn menschen frisch verliebt sind, dann vernachlässigen sie oftmals ihre freunde. das würde ich beispielsweise niemals tun. kein mann der welt ist das wert. außerdem soll er ehrlich sein, witzig, kinderlieb, spontan, phantasievoll - einfach lebendig. ein gewisses maß an intelligenz setze ich ebenfalls voraus. ich will allerdings keinen perfekten menschen. ein paar ecken und kanten gehören schon dazu.
W: und wie wichtig sind Ihnen die finanzen?
E: bis jetzt habe ich es immer irgendwie geschafft, mich über wasser zu halten. ich werde sicherlich auch in zukunft für mich und die kinder sorgen können und bin nicht auf seine kohle angewiesen. es spricht nichts dagegen, wenn er geld hat und sich finanziell an meinem leben beteiligen kann und will. wenn nicht, dann spielt das aber auch keine rolle. mir auf der tasche zu liegen, das fällt aber definitiv aus. ein schmarotzer wird nicht geduldet.
W: Sie haben das thema sex noch gar nicht erwähnt.
E: oh, sex ist natürlich sehr wichtig. ich brauche keinen langweiler, der samstag abend die standardnummer durchzieht und nach ein paar minuten mit der festen überzeugung, eine glanzleistung vollbracht zu haben, auf der anderen seite des bettes einschläft. es ist mir völlig egal, ob die parkbank kalt und unbequem ist - wenn ich auf ihr das hirn rausgev****t haben will, dann soll er das gefälligst tun.
W: das war deutlich. bis jetzt haben Sie das wort treue noch gar nicht erwähnt. ist es für Sie selbstverständlich, dass ein mann treu ist?
E: treue ist nicht selbstverständlich. das hat aber nichts mit dem geschlecht zu tun. wenigstens im kopf hat doch jede frau ihren partner schon mindestens ein mal betrogen. wichtig ist, dass es klare spielregeln gibt.
W: und wie sehen Ihre spielregeln aus?
E: die werden gemeinsam aufgestellt. es sind also nicht nur meine. hat man sich auf bedingungslose treue geeinigt, dann müssen sich beide daran halten. ohne diskussion. ist dagegen auswärts essen erlaubt, dann dürfen das ebenfalls beide. genau das ist aber, denke ich, das problem. männer naschen gerne mal an anderen frauen, mögen es aber nicht, wenn die eigene gelegentlich frisches fleisch haben will.
W: interessante sichtweise. ich denke, nun haben wir alle aspekte beleuchtet, und Ihre leserschaft kann sich den mann Ihrer träume recht gut vorstellen. ich bedanke mich für das aufschlussreiche gespräch und wünsche Ihnen viel glück bei Ihrer suche.
damit wäre dieses thema auch abgehakt, und wir können unsere kleine serie über emily beenden. es hat Ihnen hoffentlich spaß gemacht, gemeinsam mit uns in ihrem leben zu stöbern.
vielleicht hören lesen Sie ja bei gelegenheit wieder mal von uns. bis dahin wünschen wir Ihnen eine prächtige zeit und sechs richtige im lotto.
die redaktion dieser welt.