… kann so ein husten sein. die nacht von montag auf dienstag war der reinste horror. geplagt von nicht enden wollenden und schmerzhaften hustenattacken, war die schlafausbeute nur sehr dürftig. in den letzten zwei nächten erging es mir da schon viel besser. dank des richtigen medikaments. dihydrocodeinthiocyanat heißt der wirkstoff, der da drin ist und ganz gezielt die hirnregion manipuliert, in welcher der hustenreiz zu hause ist. das zeug gehört zu den opiaten und ist wirklich eine feine droge.
inzwischen hat der husten den status ”produktiv” erreicht und darf sich ungehindert austoben. tut ganz schön weh, und meine stimme klingt wirklich furchtbar. aber dafür stehen die chancen gut, dass ich am wochenende wieder einigermaßen intakt bin
meine tochter feiert heute ihren neunten geburtstag.
happy birthday kleine prinzessin!!!
ich habe halsweh und eine verschnupfte nase. in meinem kopf hämmert jemand ganz ausdauernd. der ganze körper schmerzt.
ich fühle mich … matschig.
und wie geht es Ihnen?
heute ging es in der küche weiter. ein appetitlicher, aber leider viel zu junger monteur, machte sich am wasser zu schaffen. nachdem er seine arbeit verrichtet hatte, bin ich zum baumarkt gefahren. die löcher und schlitze in der wand mussten schließlich mit irgendetwas gefüllt werden. und weil sich für diesen job nicht mal unter gewaltandrohung jemand finden ließ, hatte ich beschlossen, das ganze einfach selbst zu machen. ich verspürte allerdings keine lust, zwischen all den vielen baumaterialien das zeug zu suchen, was ich brauchte. also entführte ich einen der angestellten, lächelte ihn an und erzählte von meinem vorhaben. als mann wäre ich mir dabei wohl ziemlich dämlich vorgekommen. im gegensatz dazu ist das bei einer frau mit tiefem ausschnitt, hohen absätzen und lackierten nägeln völlig legitim und wahrscheinlich sogar erwünscht. der nette herr packte mir alles benötigte auf den wagen, und ich war gespannt, ob ich das alleine auch wirklich hinkriege. zu hause stand ich vor dem ersten problem. ich wollte ja keine fünfundzwanzig kilo von dem zeug verarbeiten, sondern erst mal nur ein bisschen. wieviel wasser braucht man denn da? keine ahnung. also putz abwiegen, wasser abmessen und dann rechnen? ich entschied mich für die variante “pi mal daume ins quadrat”, kippte etwas vom putz in den kübel, schüttete ein wenig wasser dazu, rührte eine pampe von cremigzarter konsistenz zusammen und dachte voller wehmut an die sandkastenabenteuer meiner kindheit. *seufz* schließlich beförderte ich ein häppchen auf die kelle und warf es an die wand. in zeitlupe rutschte das zeug runter und klatschte auf den boden. verdammte scheiße, das versprach eine echt üble angelegenheit zu werden. noch ein versuch mit etwas mehr schwung. aha, diesmal blieb es kleben. so geht das also, dachte ich mir und schmiss die nächste ladung an die wand. dann drückte und verrieb ich das ganze ein bisschen. so machte ich immer weiter, bis ich irgendwann fertig war. am ende sah der küchenboden aus wie ein schlachtfeld und die wände nicht wirklich schön. aber alle löcher waren zu, und der maler spachelt ja sowieso noch was obendrüber … am freitag … falls der putz bis dahin trocken ist.
wenn Sie auch mal etwas zu verputzen haben und mich um hilfe bitten wollen - vergessen Sie’s. ich habe nicht vor, mich jemals wieder zu so einer idiotischen drecksarbeit hinreißen zu lassen. das nächste mal organisiere ich einen profi (mit durchtrainiertem oberkörper, sonnengebräunt und einer kiste coca cola auf der schulter, grrrrr).
übrigens - ein bild vom derzeitigen zustand der küche erspare ich Ihnen lieber.
… habe ich gestern abend das buch “funkensonntag” von nicola förg. es ist ein krimi, dessen handlung im allgäu spielt. empfehlenswerte geschichte, aber nur bedingt. einige zwiegespräche wurden nämlich verdialektet und sind für jene, die noch nie im allgäu weilten, wahrscheinlich schwer bis nicht zu verstehen.
hier ein witziger und drei etwas tiefsinnigere auszüge aus dem buch.
Johanna, er ist ein Mann Mitte vierzig! Da sieht man nicht süß aus, höchstens interessant oder noch ganz passabel oder nicht mehr ganz neuwertig.
Du musst dich nach den Sternen strecken. Auch wenn du dort nie ankommst, eröffnen sich auf dem Weg dahin neue Perspektiven. Und es ist allemal besser, als mit gesenktem Kopf die Unebenheiten des Bodens zu betrachten …
Das sind die Trugbilder, die uns glauben machen, es würde sich lohnen. Die Hoffnung, die angeblich zuletzt stirbt. Das stimmt wohl, aber sie stirbt.
Für Brüche gibt es Schrauben, sogar Herzen kann man transplantieren. Für verletzte Seelen … gibt es weder Metall noch Transplantate. Es gibt Sedativa, temporäre Linderung. Es gibt Umwege, Aufschübe, Aufbäumen. Aber es gibt keine Rettung für verletzte Seelen.
letzte nacht war ich unterwegs. das hatte ich ja neulich schon angekündigt. zum vorglühen ging es diesmal in einen kleinen pub mit livemusik. wir waren zu viert - börget, polli, sonja (eine andere sonja als sonst) und meine bescheidenheit. die musiker kannten wir schon. sie spielten querbeet und für amateure richtig gut. das publikum war, ähm, nun ja. wenn man schön gemütlich mit seinem guinness in der ecke sitzt, dann kann man wirklich seltsam-skurriles beobachten. da war beispielsweise ein pärchen, das sich recht lieblos gegenüber saß und anscheinend nur zum wer-säuft-den-anderen-unter-den-tisch da war. und eine nicht mehr ganz so taufrische dame vertrat wohl die meinung, dass sich die herren für schminktöpfe auf zwei beinen begeistern und lachte und quietsche den ganzen abend extrem schrill. es grenzte fast schon an ein wunder, dass kein glas zu bruch ging. ein dozent aus meiner umschulungszeit war da. wie immer trug er jeans und ein sakko. so weit nicht ungewöhnlich. aber hallelujah, man stürzt sich doch nicht mit schlapperschuhen marke birkenstock in die nacht. auch nicht in die kneipe um die ecke. wie sieht das denn aus?!? eher belustigend fand ich den mittvierziger mit siebziger-jahre-mähne, der im gelben fußballdress zu irischen klängen rumhüpfte. so etwas kriegt man nicht alle tage geboten. nach drei stunden jubel trubel heiterkeit brachen wir auf, polli in richtung bett, der rest ins PT. da war trotz später stunde nicht viel los. die heiligen hallen füllten sich nur langsam, und die musik wurde erst gut, als der chef persönlich am mischpult stand. beim motto studio 54 will das volk schließlich zu sachen wie “ring my bell” und “knock on wood” tanzen. haben wir natürlich auch gemacht. das publikum war übrigens auch im PT teilweise sehr, ähm, nun ja. mädels, weiße röckchen und schwarze leggings drunter, das sah in den achtzigern schon scheiße aus und tut es auch jetzt noch. und wenn ihr auf absätzen nicht laufen könnt, dann übt zu hause oder lasst es einfach. und esst bitte mehr. magersüchtige frettchen (danke an frau von sinnen für diesen ausdruck) sind out. mal abgesehen davon, dass ihr kein schöner anblick wart, ziehen sich männer nicht gerne knochensplitter ein, wenn sie eine frau anfassen. richtig schön anzuschauen war dagegen eine der tänzerinnen. die hatte nämlich etwas mehr auf den rippen. nicht so viel, dass es unappetitlich geschwabbelt hat, sondern genau richtig dosiert. und sie hat perfekt mit dem hintern gewackelt. so was sieht man selten.
das war das neuste vom nachtleben. ich wünsche Ihnen einen schönen sonntag. vergessen Sie nicht, sich mit lichtschutzfaktor irgendwas einzucremen, bevor Sie in die sonne gehen.
pünktlich um neun uhr kam ein kollege und hat eckbank, tisch und stühle geholt. er war gerade weg, als auch schon der elektriker klingelte. zusammen haben wir die schränke nach draußen befördert, teilweise durchs treppenhaus, teilweise durchs küchenfenster. schön, wenn man unten wohnt. ein bekannter kam mit seinem anhänger und hat das alte zeug gleich entsorgt. und dann wurde es dank hilti erst mal mächtig laut und staubig. jetzt sind die wasserrohre freigelegt, die kabel und steckdosen vorinstalliert, und ein loch für den dunstabzug ist auch da. es hat also alles reibungslos geklappt. und eine kleine überraschung gab es auch. vor mir gehörte die wohnung waschechten schwaben. die haben den bodenbelag auf das ursprünglich vorhandene linoleum gelegt. und weil das schwabenvolk bekanntlich sehr geizig sparsam ist, wurde der PVC nur ganz sporadisch mit klebeband fixiert. es sollte also kein großes problem sein, den rückstandsfrei zu entfernen. damit hätte ich den idealen und glatten untergrund für den neuen belag.
und hier ist ein aktuelles bild meiner küche. man beachte vor allem die tapete rechts im bild. so hat wohl mal der ganze raum ausgeschaut. ich will mir das gar nicht vorstellen. wirklich nicht.

die schränke sind leer. das meiste konnte ich verpackt in kartons und kisten im schlafzimmer unterbringen. ein teil des geschirrs wurde in den keller evakuiert. bilder, kalender, gardine, blumen, alles weg. nur dem kühlschrank habe ich keinerlei beachtung geschenkt. der bleibt noch stehen, bis der maler kommt.
ich bin ein kleines bisschen aufgeregt und werde heute nacht wahrscheinlich nicht so gut schlafen können. die küche ist das erste “projekt”, dass ich alleine geplant und durchorganisiert habe. hoffentlich klappt alles.
Sie haben dereinst unter größter anstrengung Ihr genetisches material zwischen den beinen einer frau, die Sie liebten und hoffentlich immer noch lieben, deponiert. vielleicht war es auch nur eine frau, auf die Sie gerade appetit hatten. das ist am ende gar nicht so wichtig. Ihre mühevolle arbeit war auf jeden fall von erfolg gekrönt. ob nun gewollt oder unbeabsichtigt - man weiß es nicht immer so genau - Sie haben sich erfolgreich vermehrt. Sie erlebten und durchlitten eine endlos scheinende schwangerschaft und wurden mit einem zerknitterten etwas belohnt, das viel geld und nerven kostet, spuckt, nächtelang schreit und windeln vollscheißt. seitdem gehören Sie zur spezies “papa”.
egal, wie lange das jetzt alles her ist - ich bin stolz auf Sie und Ihre bereitschaft, sich dem nachwuchs aufopferungsvoll zu widmen und wünsche Ihnen einen wunderprächtigen vatertag. ziehen Sie heute mit Ihresgleichen durch die kneipen, und lassen Sie mal ordentlich die sau raus. das haben Sie sich wirklich verdient. tun Sie mir nur einen gefallen - wenn Sie mehr trinken, als Sie vertragen, dann kotzen Sie bitte zu hause und nicht in der nähe meiner haustür.
und damit ich Sie bei Ihrer ausgelassenen feier nicht störe, werde ich mich jetzt mit den damen der nachbarschaft auf den balkon begeben und ein paar große brocken fleisch auf den grill werfen.
nach drei wirklich frustrierenden tagen im büro und vollgestopft mit allerschlechtester laune, stürze ich mich kopfüber in ein sehr langes wochenende. fünf tage frei. das ist doch fast schon urlaub. fast.
morgen muss ich die küchenschränke komplett ausräumen. zwischendurch wird mit der nachbarschaft gegrillt. es war natürlich wieder meine eigene blöde idee, bei schlechtem wetter vom freien auf meinen balkon auszuweichen. und das wetter scheint sich gegen mich verschworen zu haben. es wird regen gemeldet, vierundzwanzig stunden lang.
ab freitag lebe ich auf einer baustelle. die schätzungsweise vierzig jahre alten küchenmöbel werden das zeitliche segnen. außerdem darf sich der elektriker austoben und alte kabel gegen neue tauschen, schlitzen, bohren, krach und ordentlich dreck machen. wenn er nicht fertig wird, dann muss er am samstag noch mal ran.
samstag, da geht es wieder mal ins PT. und mädels, keine ausreden diesmal, kein geburtstag, kein “fix und fertig”, kein krank. vorglühen und PT. sonst nix. ich will tanzen, die ganze nacht. (lieber innenmeniskus im linken knie, reiß dich bitte zusammen und versau es nicht.)
was ich am sonntag mache, hängt in erster linie davon ab, wie das wetter sich benimmt. es soll ja besser werden. wenn sich petrus an das hält, was die meteorologen sagen, dann bin ich mit den kindern unterwegs. was ich am sonntag auf jeden fall nicht mache, das ist kochen. geht ja auch nicht ohne herd.
am montag kommt der wassermann, also der, der sich um den neuen anschluss in der küche kümmern soll. ich hoffe ja, dass er nicht so lange braucht. dann hätte ich doch noch ein krümelchen urlaub.
alles in allem ist in den nächsten fünf tagen also reichlich abwechslung geboten und langeweile zwangsläufig ausgeschlossen.
habe ich Ihnen eigentlich schon mal gesagt, dass ich mich ganz tierisch auf die neue küche freue? wenn ich nur wüsste, wo ich das pinkfarbene (raff)rollo herkriege, das ich mir einbilde, unbedingt haben zu müssen …