emily erklärt: hausgemachter spam

liebe kinder!

die emily erklärt euch heute aus aktuellem anlass mal, wie man sein postfach mit spam zugemüllt kriegt. ganz vereinfacht gesagt handelt es sich bei spam um emails, die ihr von leuten bekommt, die ihr nicht kennt und die einen inhalt haben, der euch nicht interessiert. das nervt ganz schön, aber ihr könnt das zeug ruhigen gewissens ungelesen löschen. klingt komisch, ist aber so.
nun kann es aber auch vorkommen, dass ihr durch eine kombination aus überwachungswahn und dummheit eines kollegen zugespamt werdet. das passiert mir gerade. reichlich schockiert schaute ich nämlich heute früh auf meinen blackberry. ich wollte nur wissen, ob mir in der nacht vielleicht jemand seine unsterbliche liebe gestanden hat. so was soll es ja geben. doch was muss ich da sehen? eintausenddreihundertsechsundachtzig ungelesene nachrichten. hallo??? so viele verehrer habe selbst ich nicht, obwohl ich zweifellos jeden einzelnen von ihnen verdient hätte. wo kamen die nachrichten also her? nun ja, es gibt eine ganz menge pseudoserver in unserer firma. was das ist, erkläre ich euch vielleicht ein anderes mal. diese kisten müssen aus ganz bestimmten und sehr wichtigen gründen jede nacht booten. tun sie das nicht, muss man davon natürlich irgendwie in kenntnis gesetzt werden. das vorhandene überwachungstool mit seinen lustigen grün, gelb und rot blinkenden “lämpchen” würde dafür eigentlich reichen. aber nein, für den fall, dass ein reboot fehlschlägt, hat der kollege zusätzlich noch ein kleines script gebastelt, durch welches eine email generiert und einem bestimmten verteilerkreis zugeschickt wird, zu dem ich auch gehöre. der zeitpunkt des bootvorganges ist fest definiert und liegt zwischen acht uhr abends und fünf uhr morgens. wenn nun, so wie letzte nacht, die stunde zwischen zwei und drei uhr fehlt, was passiert dann? richtig, liebe kinder, einige dieser pseudoserver können beim besten willen nicht booten, weil ihnen der dazu benötigte zeitpunkt von der sommerzeit einfach geklaut wurde. genauer gesagt waren vierundzwanzig kisten davon betroffen. es wurden also emails verschickt. theoretisch hätte eine pro fehlgeschlagenem reboot gereicht. praktisch will der kollege aber, dass man alle zwei stunden daran erinnert wird. so sah das zumindest bisher aus. es ist mir schleierhaft, warum diese ohnehin schon schwachsinnigen reminder neuerdings im fünf-minuten-takt verschickt werden. die emily bekommt also von vierundzwanzig systemen alle fünf minuten gesagt, dass ihnen der nächtliche reboot gefehlt hat. so etwas nennt man dann “hausgemachten spam”.
und was kann man dagegen tun? ich könnte ins büro fahren und entweder die pseudoserver booten oder mich aus dem verteiler rausnehmen oder - und dafür habe ich mich entschieden - abwarten, bis der spuk morgen früh um drei uhr von alleine aufhört.
liebe kinder. wenn ihr auch mal das schreiben von scripten ausprobieren und damit spam erzeugen wollt, dann kann ich euch gerne die email-adresse meines kollegen zu testzwecken zur verfügung stellen. er freut sich bestimmt über post von euch.

mit genervten grüßen
eure emily

Geschrieben von emily am 25. März 2007 | Abgelegt unter gelebt |

Ein Kommentar zu “emily erklärt: hausgemachter spam”

  1. Siriam 25. März 2007 um 12:45 Link zum Kommentar

    Liebe Emily,
    dann möchte ich auf diesem Wege einmal für sinnvolle Post am heutigen sonnigen Sonntag sorgen. Geniessen Sie das Wetter. ich gehe jetzt auch in den Garten, nachdem ich eben schon mit meiner Nachbarin walken war.
    Herzliche Grüße aus dem Norden
    Siri

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