bitches & players

ich wünsche mir gerade, dass das ganze jahr fasching ist. warum? weil die party der letzten nacht der absolut süchtig machende oberhammer war. und weil ich mehr davon will.
ich bin ja mit gemischten gefühlen ins PT, weil die mädels ganz furchtbar krank waren und ich deshalb alleine losziehen musste. vor dem PT stehend wurde ich bereits vom ersten mann in beschlag genommen, zumindest verbal. so ein wenig small talk ist ja manchmal ganz angenehm, aber der hat mich regelrecht zugetextet. ich stand also mit einer ansehnlichen menschenmenge vorm PT, ließ mich geduldig belabern und amüsierte mich ganz köstlich über die insassen der vorbeifahrenden autos. es grenzte fast an ein wunder, dass es nicht zu unfällen kam. hatten die noch nie männer in frauenklamotten gesehen? ok, einer war schon besonders auffällig mit perücke in pink, kurzem kleidchen, strümpfen und hohen absätzen unter den füßen. aber bitte, das ist doch kein grund, an der ampel die grünphase zu verpassen.
ich näherte mich dem eingang und wurde gebeten, meine jacke zu öffnen, aber nicht weil man einen sprengstoffgürtel oder illegale waffen darunter vermutete, sondern um mein outfit zu begutachten. prüfung bestanden. etwas anderes hätte mich auch gewundert. schließlich hatte ich das röckchen meines kostüms weggelassen und zeigte damit zumindest teilweise meinen hintern.
ich war also drin. den redseligen typ hatte ich nicht abschütteln können, er wurde aber etwas ruhiger. sehr angenehm. jede menge schlampen und zuhälter kamen, das haus füllte sich. und da war auch das erste bekannte gesicht. ein als politesse verkleideter, den ich auf dem cometsball kennengelernt hatte, bewegte sich in meine richtung und war sichtlich über meine anwesenheit erfreut. mit ihm wurde ich die plaudertasche erst mal los. wir haben ein wenig geflirtet, so wie man das auf faschingsparties eben macht. der gedanke, von der politesse geküsst zu werden, widerstrebte mir allerdings. um mich dazu zu überreden, hätte ich zumindest einen strafzettel kriegen müssen und vor allem viel alkohol. kriegte ich aber nicht. stattdessen kam einer der türsteher und baggerte mich gnadenlos an. halleluja, dachte ich mir, stolper ich jetzt die ganze nacht von einem mann zum nächsten? na gut, er hat mich an die bar entführt und mir einen drink spendiert. endlich mal einer, der wusste, wie das funktioniert. dafür durfte er auch noch ein bisschen mein outfit inspizieren und mit mir tanzen. dabei entdeckte ich das nächste bekannte gesicht. oha, er war mit sprühsahne bewaffnet, mit der er mein dekolleté verzierte, um danach alles genüsslich abzulecken. ich war begeistert und durfte ihn auch mit sahne besprühen. und ablecken natürlich. nach einer ausgiebigen runde hüftschwung pirschte sich während der verschnaufpause die politesse schon wieder an mich heran. und mister ich-laber-dich-bewusstlos steuerte auch auf mich zu. und dann stand noch einer vor mir, der mir den nächsten drink beschaffen wollte, obwohl mein glas noch gar nicht leer war. emily, jetzt hör auf, die männer verrückt zu machen. die kriegst du nicht mehr los. die kleben wie honig an dir fest. tja, das hatte ich nun davon. wenn man die männer reizt, dann muss man manchmal auch mit unangenehmen folgen rechnen. ich hätte am liebsten ganz laut HILFE! geschrien. brauchte ich aber gar nicht, denn genau in dem moment flüsterte mir jemand ein “hallo stubenmädchen” ins ohr. meine gänsehaut sagte mir, dass es nur herr S. sein konnte, der mich mit seinem auftritt überraschte. mit ihm hatte ich ja überhaupt nicht gerechnet. aber er war es. und verdammt, sah er wieder appetitlich aus. er scannte mich von oben bis unten und dachte sich wohl das gleiche. den rest der nacht war er nur mit einer kurzen unterbrechung mit mir unterwegs und hat auf seine lieblingsschlampe aufgepasst.
zusammenfassend lässt sich also sagen, dass ich auf der ultimativ besten party meines lebens war. ich feierte mit dürftig gekleideten mädels, männern in frauenklamotten, männern im zuhälterlook und männern mit nichts unterm schottenrock. ich war ein äußerst begehrtes objekt und habe das trotz einiger aufdringlichkeiten sehr genossen. ich hatte schon lange nicht mehr so viel spaß. nächstes jahr bin ich wieder am start. versprochen.

Geschrieben von emily am 20. Februar 2007 | Abgelegt unter gelebt |

5 Kommentare zu “bitches & players”

  1. herr axelam 21. Februar 2007 um 09:56 Link zum Kommentar

    frau emily ohne röckchen und mit sprühsahne im dekoletté? wo sind die party-fotografen vom pt, wenn man sie braucht?

  2. Tokbelaam 21. Februar 2007 um 10:27 Link zum Kommentar

    Mist, da ist mir der Herr Axel zuvorgekommen. Etwas in die Richtung hatte ich mir auch ueberlegt.

    Na, wenigstens hatten Sie einen Bodyguard. Und einen netten obendrein.

  3. emilyam 21. Februar 2007 um 13:30 Link zum Kommentar

    @herr axel: die fotografen haben fasching gefeiert :D

    @tok: ich hätte die nacht natürlich auch ohne bodyguard überlebt, aber mit war es doch wesentlich angenehmer ;-)

  4. Floam 23. Februar 2007 um 02:11 Link zum Kommentar

    Ja spät aber gut. Also wenn man der Beschreibung folgen fällt mir nur dieser Titel zu Ihnen ein Frau Emily:

    RZA feat Xavier Naidoo - Ive never seen

    Foto? ;)

  5. emilyam 23. Februar 2007 um 09:19 Link zum Kommentar

    es gibt kein foto. ist vielleicht auch besser so :D

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