Monatsarchiv für Januar 2007

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ohne diskussion

in den letzten wochen meinte der sohn jeden dienstag und donnerstag, er müsse mit mir über seine teilnahme am karatetraining diskutieren. das führte zu teils heftigen wortgefechten, tränenausbrüchen und zornig zugeknallten türen. gestern war das anders. er sagte ganz geradeaus, dass ich ihn abmelden soll, weil ihm das training keinen spaß mehr macht und er einfach nicht weitermachen will. und nachdem ich keine lust mehr habe auf dieses affentheater, werde ich genau das tun. ich melde ihn ab. ohne weitere diskussion. punkt und ende.

Geschrieben von emily am 31. Januar 2007 | Abgelegt unter gelebt | 6 Kommentare

bücherwurm oder leseratte?

bei meinem letzten besuch in der bücherei wusste ich vorher ganz genau, welche lektüre ich mitnehmen will. aber es kam natürlich ganz anders. mir fiel ein buch auf, das sich durch ein knalliges blau vom rest abhob. darauf erblickte ich ein paar nicht besonders schöne männerbeine, die in unterschiedlichen socken steckten. in magentafarbenen großbuchstaben stand darunter “VOLLIDIOT”. das klang echt klasse. buch geschnappt, rumgedreht und hinten die beiden sätze “NICHT ALLE MÄNNER SIND IDIOTEN. EINIGE SIND VOLLIDIOTEN.” gelesen. haha, das wurde ja immer besser. also schnell die ersten seiten überflogen.

Ein dürrer, kleiner Ikea-Verkäufer mit lichten, roten Haaren und großer Nase tippt mich an. Lieber Gott, danke dir, dass ich nicht so aussehe!
“Kann ich Ihnen helfen?”
Kann er nicht. Es sei denn, Ikea hätte das Rasierklingen-Set Suizöd im Programm oder den Strick Hängan.

Nirgendwo auf der ganzen Welt wird einem Single sein ganz persönliches Scheitern konzentrierter und kaltblütiger vor Augen geführt als bei Ikea. Und zwar auf ganzer Linie. Ikea, das ist kein Einrichtungshaus, das ist ein ausgeklügelter, skandinavischer Lehrpfad des Versagens, der durch das eigene Nichts direkt zu einer der dreißig gelb-blauen Kassen führt.

Seltsamer Name für einen Sessel. Wahrscheinlich ist das mal wieder der Name der Designerin. Bei Jennylund könnte das gut sein. Obwohl: klingt eher nach einer billigen Pornodarstellerin. Sitze ich auf einem Pornosessel? Ich streiche über die Lehne.
Jenny Schlund, du geile Sau!
O ja, Simon, besorg’s mir!

köstlich. das buch musste mit. gestern abend habe ich tommy jaud’s “vollidiot” zu ende gelesen. wer über richtig haarsträubend (zwischen)menschliches lachen möchte, dem sei das buch dringendst empfohlen.
ein weiteres buch, das ich gerade lese, ist alles andere als witzig. in liz jensen’s geschichte vom “neunten leben des louis drax” muss man doch erst mal reinfinden. sie ist anfangs etwas verwirrend, aber sehr fesselnd geschrieben und brachte mich bereits zu der erkenntnis, dass einige männer, vor allem im zusammenhang mit frauen, wirklich vollidioten sind.
so, und nun möchte ich von Ihnen wissen, ob Sie gerne lesen. und wenn ja, was Sie lesen. querbeet, alles was Ihnen zwischen die finger kommt? oder bevorzugen Sie bestimmte schriftsteller? was lesen Sie gar nicht? gibt es ein buch, das Sie mir empfehlen können?

Geschrieben von emily am 30. Januar 2007 | Abgelegt unter gelesen, gefragt | 17 Kommentare

autsch

“… machen Sie bitte eine faust … und jetzt die faust öffnen … das dauert ein bisschen, ist eine dünne nadel …”
gibt es etwas schöneres, als sich früh um halb acht blut abzapfen zu lassen?

Geschrieben von emily am 30. Januar 2007 | Abgelegt unter gelebt | 5 Kommentare

ich hab’s getan

jawohl, meine lieben, ich war im fitnessstudio und habe die erste stunde training unverletzt überlebt. ehrlich gesagt fühle ich mich saumäßig gut, obwohl ich mir recht sicher bin, dass sich bis morgen ein hässlicher kater in meine muskeln einschleichen wird. es fühlt sich im kopf gut an, weil der schwierigste schritt getan ist und nun hinter mir liegt. ein bisschen überwindung hat es mich nämlich schon gekostet, zwischen wildfremden menschen zu rennen und zu strampeln.
meine trainerin, die sandra, hat mich zunächst mal gründlich vernommen - wie groß ich bin, wie viel ich wiege, was meine beweggründe fürs studio sind, ob ich irgendwelche probleme mit gelenken, sehnen usw. habe. was die alles wissen wollte. ich bin einhundertsechsundsechzig zentimeter lang, werde Ihnen mein gewicht nicht verraten und gehe in dieses studio, weil ich mich auf den sommer und meinen bikini freue und beim blick in den spiegel nicht erschrecken will. und nein, ich habe keine nennenswerten gesundheitlichen probleme. nur auf das pochende ding in meiner linken körperhälfte muss man aufpassen. das spinnt manchmal ein bisschen und kommt aus dem takt. nach dem frage-antwort-spiel erklärte mir die sandra, wie die geräte mit der karte funktionieren, und dann durfte ich mich auch gleich austoben. feine sache.
und jetzt würde ich mich gerne noch ein wenig im bett austoben, aber das wird auch heute wieder nichts. stattdessen lese ich das buch zu ende, auf dessen rückseite folgendes steht: “NICHT ALLE MÄNNER SIND IDIOTEN. EINIGE SIND VOLLIDIOTEN.” ich schreibe das hier übrigens in großbuchstaben, weil das auf dem buch so draufsteht. und natürlich auch, weil tommy jaud mit dieser aussage recht hat. er hat ganz sicher recht damit, sonst müsste ich jetzt nicht alleine ins bett gehen.

Geschrieben von emily am 29. Januar 2007 | Abgelegt unter gelebt | 5 Kommentare

von krümeln und anderen unnützen dingen

gelegentlich überkommt es mich, dann schütte ich meine handtasche aus und bin jedesmal gespannt, was so alles zum vorschein kommt. heute waren es neun tickets vom parkscheinautomat, zwei traubenzucker aus der apotheke, kleingeld, der verloren geglaubte lippenstift, ein zettel mit einer mir völlig unbekannten handynummer und jede menge krümel. kann mir jemand von Ihnen eventuell erklären, wo die krümel herkommen, wenn ich nie etwas essbares oder sonstiges von krümeliger konsistenz in meiner handtasche aufbewahre? den inhalt meines geldbeutels habe ich bei der gelegenheit auch mal entrümpelt und festgestellt, dass das verhältnis von darin befindlicher geldmenge und sonstigem kram immer weiter auseinanderklafft. drei karten der krankenkasse, zwei karten meiner banken, eine paybackkarte, der organspenderausweis, der personalausweis. ok, das sind dinge, die ich immer dabei haben sollte. aber wozu brauche ich denn noch einen kalender vom letzten jahr, passfotos von mir, gutscheine für ein cafe, in das ich sowieso nie gehen werde und kontaktanzeigen, die polli für mich ausgeschnitten hat? und was soll ich mit einem familienfoto, auf dem mein ex zu sehen ist? weg damit. die kinderbilder sind natürlich noch drin. der herr S. darf auch noch ein bisschen bleiben. und ich werde auch weiterhin das mit mir rumtragen. und nicht zu vergessen - ein paar euronen und centauris :)

Geschrieben von emily am 28. Januar 2007 | Abgelegt unter gelebt | 8 Kommentare

dies und das

es ist kalt draußen. arschkalt. ehrlich. und es schneit. der schnee ist ok. aber die kälte macht mir zu schaffen. ich bin eine furchtbare frostbeule. 

heute früh wurde ich wieder mal zu unchristlicher zeit vom hausmeisterservice geweckt, der seit anfang des jahres unsere wohnanlage in ordnung halten soll. um fünf uhr kamen die typen zum schneeräumen. wäre ja nicht so schlimm gewesen, wenn sie nur das weiße zeug weggeschoben hätten. aber das schreckliche geräusch, was sie dabei verursachten, deutete darauf hin, dass sie dabei den gehweg abfräsen wollten. und das am samstag, wo ich doch ausschlafen wollte.

wochenendeinkauf beim discounter meines vertrauens. ein großer und sehr gut aussehender mann lief mir über den weg und hat mich mehr als ein mal angeschaut. also nicht einfach irgendwie, sondern ganz tief in die augen hat er mir geschaut. mir wurde ganz anders. in seinem einkaufswagen saß allerdings ein etwa fünfjähriger und plapperte munter vor sich hin. hm, um männer kennenzulernen ist der wochenendeinkauf beim discounter meines vertrauens vielleicht doch nicht so geeignet. zu viele frauen schicken ihr gegenstück inklusive kinder nach dem mittagessen dort hin, während sie selbst die küche wieder in ordnung bringen. nach männern, die eine frau, freundin oder was auch immer zu hause sitzen haben, steht mir im moment aber nicht der sinn. also meine herren, schauen Sie mir bitte nur tief in die augen, wenn Sie wirklich ernsthaft an mir interessiert sind und Ihre frau, freundin oder was auch immer sofort und ohne umwege für mich verlassen.

am nachmittag wagte ich den ersten versuch in sachen möbelkauf. ich habe nun doch beschlossen, dass ich die küche komplett erneuern werde und nicht nur so ein bisschen. gleich bei mir um die ecke ist ein recht großer laden, der nur küchen verkauft. ich schnappte mir also einen der berater, hielt ihm den grundriss des raumes unter die nase, erzählte ihm, welche möbel und welche geräte ich unbedingt brauche und worauf ich verzichten kann und fragte dann, ob ich das ganze für unter zweitausend euronen kriege. er bat mich, ihm unauffällig zu folgen und entwarf meine neue küche in verschiedenen ausführungen am PC. meine preisvorgabe kann gerade so eingehalten werden, allerdings nur, wenn ich mich vom auszugsschrank für die vorräte und den rolladenschrank für die gewürze gedanklich verabschiede. genau die beiden elemente will ich aber unbedingt haben. ich muss schließlich schon auf den induktionsherd, den kombidämpfer und die eingebaute kaffee-espresso-cappuccino-usw.-maschine verzichten. die entwürfe für die küche hat mir der nette herr per mail geschickt. ich werde die ausdrucke auf jeden fall ins nächste möbelhaus mitnehmen und mal schauen, ob der preis noch zu drücken ist.

der sohn ist gerade zu einem freund in der nachbarschaft entschwunden und wird auch dort die nacht verbringen. für mich heißt das weiberabend mit der tochter. wir werden lilo & stitch schauen, und ich werde wieder ganz furchtbar weinen bei worten wie: “ohana heißt familie. familie heißt, dass alle zusammenhalten und füreinander da sind.” oder “das ist meine familie. ich habe sie ganz alleine gefunden. sie ist klein und kaputt. aber auch gut. sehr gut.”

meine lieben, ich mache es mir jetzt auf der couch bequem, mit meiner kuscheldecke und einer flasche gut gekühltem martini. machen Sie sich einen schönen abend, was auch immer Sie darunter verstehen.

Geschrieben von emily am 27. Januar 2007 | Abgelegt unter gelebt | 4 Kommentare

es kann losgehen

eine premiere stand heute auf dem programm - ich war das erste mal in einem fitnessstudio, zunächst nur zum schauen und infos beschaffen. das beratungsgespräch war sehr umfassend und hinterließ bei mir, entgegen meiner befürchtung, nicht das gefühl, dass ich einen vertrag abschließen muss, weil ich andernfalls für den rest meines lebens vom pech verfolgt werde oder die welt explodiert oder etwas ähnlich furchtbares passiert. und obwohl die monatlichen spenden für mich eine schwindelerregende summe darstellen, entschied ich mich für den vertrag. wenn viel geld im spiel ist, dann ist die wahrscheinlichkeit nämlich größer, dass ich auch wirklich zwei mal in der woche dort gastiere. und im ersten monat bin ich beitragsfrei am start. nächsten montag steht mir eine trainerin zur verfügung, die mich erst mal genauer unter die lupe nimmt, einen fitnessplan für mich entwirft und die geräte auf meine schlabberigen muskeln und die in richtung minusbereich tendierende kondition einstellt. alle daten werden dann auf meiner chipkarte gespeichert und regelmäßig analysiert, um den hoffentlich messbaren erfolg irgendwann bejubeln zu können. ich bin schon ganz gespannt und auch ein bisschen aufgeregt. und natürlich werde ich Ihnen von meinen erlebnissen und muskelkatern berichten.

Geschrieben von emily am 25. Januar 2007 | Abgelegt unter gelebt | 12 Kommentare

dreiundzwanzig …


orchidee_klein.jpg

 … blüten hat meine orchidee, die im büro steht. die meisten von ihnen sind inzwischen geöffnet. ein kollege hat mir die pflanze vor knapp zwei jahren “zum abschied” geschenkt, weil ich das team wechselte. inzwischen hat der kollege auch gewechselt, sitzt wieder mit mir im selben boot und freut sich über die blütenpracht genau so sehr wie ich. vor allem, weil keiner damit gerechnet hatte, dass eine orchidee in unserem trockenen büroklima überlebt. da sieht man wieder mal, was gute pflege und viel liebe zustande bringen können.
(foto made by lucky per handy)

Geschrieben von emily am 24. Januar 2007 | Abgelegt unter geknipst | 15 Kommentare

das merk ich mir!!!

manche dinge wollen einfach nicht in meinem gedächtnis verweilen. so kommt es beispielsweise öfter zu begegnungen mit menschen, die ich schon mal irgendwo gesehen habe, weiß aber nicht mehr wann, wo und in welchem zusammenhang. und dann durchwühle ich mein hirn so lange, bis ich entweder auf die lösung stoße oder resigniert aufgebe. andere sachen dagegen sind wie mit einem schreibschutz versehen auf meiner festplatte gespeichert. autokennzeichen, geburtstage und viele telefonnummern. alles was mit zahlen zu tun hat.
wie sieht das denn bei Ihnen aus? haben Sie generell ein eher gutes oder schlechtes gedächtnis? benutzen Sie eselsbrücken? beschränkt sich die merkfähigkeit wie bei mir auf bestimmte bereiche, oder glänzen Sie in allen fächern?

Geschrieben von emily am 23. Januar 2007 | Abgelegt unter gefragt | 11 Kommentare

verehrtes publikum

ich berichte nun, wie bereits angedroht, von den ereignissen der letzten nacht. pünktlich um viertel vor neun traf ich bei börget ein. sie hatte schon eine flasche sekt bereitgestellt, die wir zusammen mit der liebreizenden sonja schnell leerten. schnell deshalb, weil wir keine zeit hatten, den abend mit einer flasche sekt zu vertrödeln. die nacht war jung und verlangte nach uns. geplant war eine tournee durchs chaplin, die trio und als abschluss das PT. das chaplin ist eine urgemütliche und relativ kleine einrichtung des gastronomischen gewerbes. früher war ich fast jeden donnerstag dort, weil es an diesem tag für billiges geld die größten schnitzel in der gegend gibt. die sind so riesig, dass das zerstückeln des fleisches, ohne dabei eine schweinerei auf dem tisch anzurichten, ein abenteuerliches unterfangen darstellt. nächsten donnerstag könnte bei mir durchaus wieder mal schnitzel auf der speisekarte stehen. entschuldigen Sie, ich schweife vom thema ab. gestern stand live music auf dem programm. bei solchen events wird das mobiliar inklusive eckbänke schnell mal nach draußen in den biergarten geräumt, um genügend platz für hörwillige gäste zu schaffen. ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie die band hieß, die die hütte dem einsturz gefährlich nahe brachte. sie hat auf jeden fall ordentlich gerockt, und wir hatten richtig viel spaß dabei. zu uns gesellten sich einige bekannte und ein bekannter eines bekannten, der sich als recht komisches exemplar entpuppte. er konnte es nicht lassen und musste uns alle der reihe nach mächtig angraben, was ihm aber nichts weiter einbrachte, als dass er uns mit einer runde desperados beglücken durfte. unverschämtheit muss schließlich bestraft werden. um viertel vor elf, also ungefähr zu der zeit, als der herr S. vor einem jahr seinen unrühmlichen auftritt bei mir hatte, spendierte ich den mädels eine runde tequila. wir tranken darauf, dass die welt gut und das leben schön ist und dass ich phantastisch bin und andere mütter auch schöne söhne haben. im laufe der nacht beschlossen wir, unsere rundreise durch das auslassen der triobar zu verkürzen. die band spielte einfach zu gut, um die party vorzeitig zu verlassen. wir tranken ordentlich weiter und grölten lautstark in unsere desperadosflaschen. kurz vor zwei war bei mir feierabend. ich war todmüde und etwas wackelig auf den beinen, dachte mir, dass das PT die nacht auch ohne mich überleben wird und fuhr brav mit dem taxi nach hause. und was muss ich da sehen? ich hatte den kids erlaubt, dass sie bei mir schlafen dürfen und mich schon mit dem gedanken an eine nacht im zimmer des sohnes angefreundet. aber ein bett war leer, weil die tochter im wohnzimmer schlummerte. war mir auch recht. ich schaffte es noch, mich auszuziehen, ohne mich dabei zu verletzen und sank dann  in einen tiefen und traumlosen schlaf.
und jetzt rufe ich die bine an und frage sie, ob sie wieder mal so nett ist und mich später ins städtchen chauffiert, damit ich mein auto holen kann.
vielen dank für Ihre aufmerksamkeit. machen Sie sich einen schönen sonntag!

Geschrieben von emily am 21. Januar 2007 | Abgelegt unter gelebt | 7 Kommentare

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